Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Seit der Verordnungsfähigkeit von Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) im Jahr 2020 haben die gesetzlichen Krankenkassen für die sogenannten Gesundheits-Apps auf Rezept 400 Millionen Euro ausgeben. Sie sind bis Ende 2025 rund 1,6 Millionen mal verschrieben worden, wie einem GKV-Bericht zu entnehmen ist, über den die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Sonntagausgaben) berichten.
Der Bericht schildert allerdings auch Mängel im System: "Die Nutzenbewertung von DiGA zeigt nach wie vor Handlungsbedarf. Insgesamt wurden 74 DiGA in das DiGA-Verzeichnis aufgenommen. Nur weniger als jede fünfte DiGA konnte mit ihrer Aufnahme einen Nutzen nachweisen. 16 DiGA wurden zudem wieder komplett aus dem Leistungskatalog gestrichen, da sie keinen Nutzen für die Versorgung nachweisen konnten", heißt es in dem Bericht.
Ende 2025 seien lediglich noch 58 DiGA im GKV-Leistungskatalog enthalten gewesen. Das bedeutet, dass rund ein Fünftel der im Verzeichnis "vorläufig" aufgenommen Produkte wieder von der Liste gestrichen wurde, weil der Nutzen nicht nachgewiesen worden ist.
Auch die Preisbildung der Apps bezeichnet die GKV als "strukturelles" Problem. "Der Gesetzgeber ermöglicht es den herstellenden Unternehmen, den Preis ihrer DiGA im ersten Jahr einseitig in beliebiger Höhe festzulegen. Diese beliebige Preissetzung ist sogar unabhängig davon, ob für die DiGA bereits ein Nutzen belegt werden konnte oder nicht."
Die stellvertretende Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Stefanie Stoff-Ahnis, sagte, die Bedeutung der Apps auf Rezept in der Versorgung wachse. "Neben den steigenden Verordnungszahlen zeigt sich das daran, dass mehr als die Hälfte der zur Erprobung aufgenommenen Anwendungen zu einem späteren Zeitpunkt dauerhaft in das DiGA-Verzeichnis aufgenommen wurde." Diese Anwendungen hätten ihren Nutzen für die Patienten unter Beweis gestellt. "Aber wir sehen auch, dass die meisten DiGA nach wie vor zunächst ohne einen Nutzennachweis in den GKV-Leistungskatalog aufgenommen werden und dennoch von den Krankenkassen zu ihren beliebig hohen Herstellerpreisen finanziert werden müssen."
Die GKV verlangt bei diesen Problemen "politische Korrekturen" und einen Nutzennachweis von Anfang an. Die Prüfstelle für die Apps ist das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte.
Technologie
GKV-Bericht: Jede fünfte Gesundheits-App ist nutzlos
- dts - 5. April 2026
.
Weitere Meldungen
Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Eine gute Frontkamera ist für viele Smartphone-Nutzer zunehmend wichtig. Wie eine Umfrage des IT-Branchenverbandes Bitkom ergab, gehört für
MehrBerlin (dts Nachrichtenagentur) - Der langjährige "Tagesthemen"-Moderator Ulrich Wickert spricht sich für eine strikte Regulierung sozialer Netzwerke aus und stellt deren
MehrBerlin (dts Nachrichtenagentur) - Deutsche Wirtschaftsverbände warnen vor schwerwiegenden Folgen für Unternehmen, sollte die US-Regierung das Datenabkommen mit der EU infrage
MehrTop Meldungen
Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) - Im Jahr 2025 hat der öffentliche Gesamthaushalt 6,0 Prozent mehr ausgegeben und 5,2 Prozent mehr eingenommen als 2024. Einnahmen von rund
MehrWiesbaden (dts Nachrichtenagentur) - Im Jahr 2024 sind in Deutschland knapp 76 Millionen Tonnen Bau- und Abbruchabfälle von Bauschuttaufbereitungs- und Asphaltmischanlagen
MehrMünchen (dts Nachrichtenagentur) - Das Geschäftsklima in der deutschen Automobilindustrie hat sich im März etwas eingetrübt. Der vom Münchener Ifo-Institut gemessene
Mehr













