Finanzen

Wirtschaftsweiser Truger drängt auf Maßnahmen gegen Inflation

  • dts - 31. März 2026, 16:01 Uhr
Bild vergrößern: Wirtschaftsweiser Truger drängt auf Maßnahmen gegen Inflation
Achim Truger (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

.

Duisburg (dts Nachrichtenagentur) - Der Wirtschaftsweise Achim Truger fordert eine makroökonomische Reaktion auf den drohenden Preisschock infolge des Golfkrieges. "Die aktuelle Konstellation birgt die Gefahr einer neuen Weltwirtschaftskrise", schreibt er in einem Beitrag für das Magazin "Surplus". "Daher muss die Politik in Deutschland wie der EU jetzt die Vorbereitungen für eine abgestimmte makroökonomische Krisenreaktion treffen."

Unter anderem forderte er, die Schuldenbremse auszusetzen und Preisbremsen einzuführen. "Die Preisregulierung soll so eingesetzt werden, dass übermäßige Preisanhebungen an der Zapfsäule sowie entlang der gesamten Wertschöpfungskette möglichst verhindert werden. Die Reaktivierung intelligent gestalteter Gas-, Öl- und Strompreisbremsen, die Einsparanreize erhalten und lediglich einen Sockelverbrauch begünstigen, sollte für private Haushalte und Industrie vorbereitet werden", so der Ökonom. "In diesem Fall müsste die Finanzpolitik bereit sein, die Ausnahmeregel der Schuldenbremse zur Finanzierung solcher zielgerichteter und befristeter Unterstützungsmaßnahmen wieder zu aktivieren."

Eine konzertierte Aktion von Staat und Tarifparteien müsste dafür sorgen, dass aus einem kräftigen Inflationsschub keine Preis-Lohn-Spirale entstehe. "Hier könnte wie nach dem Ukraine-Preisschock etwa das Instrument einer befristeten steuer- und sozialversicherungsfreien Inflationsausgleichsprämie zur Begünstigung von Einmalzahlungen zum Einsatz kommen", erläuterte er. "Auf EU-Ebene müssten wie in der Coronapandemie Maßnahmen zur Unterstützung von Mitgliedstaaten auf den Weg gebracht werden, die selbst nicht die erforderlichen finanzpolitischen Mittel zur Krisenbekämpfung aufbringen können. Wenn ein solches Bündel an Maßnahmen geschnürt würde, müsste die Europäische Zentralbank keine unnötigen Zinserhöhungen beschließen und die Wirtschaft damit noch zusätzlich abwürgen."

Weitere Meldungen

Stiftung verdoppelt Ministeriumsgelder für Gedenkstättenfahrten

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Bethe-Stiftung hat die Mittel des Bundesbildungsministeriums (BMBFSFJ) für das Programm "Jugend erinnert" verdoppelt. Das teilte das

Mehr
Steuervorteil durch Ehegattensplitting kommt auf 25 Milliarden Euro

Köln (dts Nachrichtenagentur) - Die Steuerersparnis von Ehepaaren durch das Ehegattensplitting - und damit die Kosten für den Staat - summieren sich nach Berechnungen des

Mehr
Reiche schließt Erhöhung von Spitzensteuersatz nicht aus

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) schließt eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes nicht aus. Bundesfinanzminister Lars

Mehr

Top Meldungen

Sixt warnt vor steigenden Mietwagenpreisen durch EU-Flottenpläne

Pullach im Isartal (dts Nachrichtenagentur) - Die geplante EU-Regulierung zur Elektrifizierung von Unternehmensflotten dürfte nach Einschätzung des Autovermieters Sixt zu

Mehr
Bericht: Lufthansa prüft Kapazitätskürzung wegen Iran-Krieg

Frankfurt am Main (dts Nachrichtenagentur) - Die Lufthansa prüft wegen der Folgen des Iran-Kriegs, 20 Flugzeuge am Boden zu lassen. Lufthansa-Chef Carsten Spohr soll am

Mehr
Studie: Mehrheit der Frührentner würde weiterarbeiten

Wuppertal (dts Nachrichtenagentur) - Drei von vier Frührentnern in Deutschland wären bereit, länger zu arbeiten - wenn die Bedingungen dafür stimmen. Das zeigt eine Studie der

Mehr