Brennpunkte

FBI: Angriff auf Synagoge nahe Detroit Mitte März war von Hisbollah "inspiriert"

  • AFP - 31. März 2026, 00:18 Uhr
Bild vergrößern: FBI: Angriff auf Synagoge nahe Detroit Mitte März war von Hisbollah inspiriert
Einsatzkräfte am Tatort in West Bloomfield
Bild: AFP

Der Angriff auf eine Synagoge Mitte März in einem Vorort von Detroit im US-Bundesstaat Michigan war der US-Bundespolizei FBI zufolge von der pro-iranischen Hisbollah-Miliz im Libanon 'inspiriert'.

Der Angriff auf eine Synagoge Mitte März in einem Vorort von Detroit im US-Bundesstaat Michigan war der US-Bundespolizei FBI zufolge von der pro-iranischen Hisbollah-Miliz im Libanon "inspiriert". "Auf Grundlage der bislang gesammelten Beweise stufen wir diesen Angriff als einen von der Hisbollah inspirierten Terrorakt ein, der gezielt gegen die jüdische Gemeinde und den größten jüdischen Tempel in Michigan gerichtet war", sagte die leitende Sonderermittlerin der FBI-Dienststelle in Detroit, Jennifer Runyan, am Montag bei einer Pressekonferenz.

Am 12. März war ein Angreifer mit einem Pickup in die Synagoge Temple Israel in West Bloomfield gerast und nach einem anschließenden Schusswechsel mit Sicherheitskräften durch eine selbst zugefügte Schusswunde zu Tode gekommen. Das mit Feuerwerkskörpern und Benzin beladene Fahrzeug des Täters blieb in einem Flur stecken und fing Feuer. Ein Sicherheitsbeamter wurde bei dem Angriff verletzt, mehrere Einsatzkräfte mussten zudem wegen Rauchvergiftung behandelt werden.

Das FBI identifizierte den Angreifer als den 41-jährigen Ayman Mohamad G., der im Libanon geboren wurde. Der "New York Times" zufolge waren G.s Bruder, dessen zwei Kinder und ein weiterer Bruder bei einem israelischen Angriff im Libanon am 5. März getötet worden. Runyan zufolge recherchierte G. vor dem Angriff nach jüdischen Kultur-, Religions- und Bildungszentren im Großraum Detroit und beschaffte Ausrüstung für die Tat.

G. konsumierte Runyan zufolge bereits vor der Tötung seiner Familienmitglieder pro-Hisbollah-Material. Ungefähr zehn Minuten vor dem Angriff schickte G. demnach ein Video an seine Schwester, in dem er seine Absicht erklärte, "so viele von ihnen zu töten, wie ich nur kann".

Der US-Staatsanwalt für den östlichen Bezirk von Michigan, Jerome Gorgon, sagte bei der Pressekonferenz am Montag, G. habe "unter Anweisung und Kontrolle der Hisbollah gehandelt". Terrorpropaganda sei darauf ausgelegt, den "sogenannten einsamen Wolf" dazu zu bringen, im Namen der Terrororganisation zu handeln, erklärte Gorgon. "Rechtlich macht es keinen Unterschied, ob der derzeitige Anführer der Hisbollah, Naim Kassem, diesen Mann persönlich angerufen und ihm gesagt hat, er solle Temple Israel angreifen, oder ob er einfach dem Aufruf der Hisbollah gefolgt ist, Juden zu töten."

Weitere Meldungen

Vier Jahre nach Massaker in Butscha: EU-Außenminister zu Gedenken in Ukraine

Mehrere EU-Außenminister wollen am Dienstag bei einem Besuch in der ukrainischen Stadt Butscha des dortigen Massakers vor vier Jahren gedenken. Bei dem informellen Treffen solle

Mehr
Tod von Blauhelmsoldaten im Libanon: UN-Sicherheitsrat kommt am Dienstag zusammen

Nach dem Tod von drei Blauhelmsoldaten der UN-Mission Unifil im Südlibanon in den vergangenen Tagen kommt der UN-Sicherheitsrat am Dienstag zu einer Dringlichkeitssitzung

Mehr
Rückkehr von Syrern: Amtsberg kritisiert Merz scharf

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Luise Amtsberg, Mitglied im Auswärtigen Ausschuss und Berichterstatterin der Grünen zu Syrien und Nahost, hat die Einschätzung von

Mehr

Top Meldungen

Drei Viertel gegen Abschaffung eines Feiertages

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die von der Bundesregierung erwogene Abschaffung eines Feiertags mit Hoffnung auf eine Ankurbelung der Wirtschaft stößt in der Bevölkerung auf

Mehr
Krankenhäuser warnen Politik vor forciertem Verlust syrischer Ärzte

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hat vor den Bestrebungen von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) gewarnt, die Rückkehr eines

Mehr
Steuervorteil durch Ehegattensplitting kommt auf 25 Milliarden Euro

Köln (dts Nachrichtenagentur) - Die Steuerersparnis von Ehepaaren durch das Ehegattensplitting - und damit die Kosten für den Staat - summieren sich nach Berechnungen des

Mehr