Politik

Fall Fernandes: Bundesrat verabschiedet Erklärung zu digitaler Gewalt

  • AFP - 27. März 2026, 12:25 Uhr
Bild vergrößern: Fall Fernandes: Bundesrat verabschiedet Erklärung zu digitaler Gewalt
Bundesrat
Bild: AFP

Der Bundesrat hat mit einer eigenen Entschließung auf den Fall der Schauspielerin Collien Fernandes reagiert. Die Länderkammer verabschiedete am Freitag einen Antrag, in dem er sich ausdrücklich mit Opfern digitaler Gewalt solidarisiert.

Der Bundesrat hat mit einer eigenen Entschließung auf den Fall der Schauspielerin Collien Fernandes reagiert. Die Länderkammer verabschiedete am Freitag einen Antrag, in dem sie sich ausdrücklich mit Opfern digitaler Gewalt solidarisiert und die Verabschiedung eines Gesetzes zum Schutz vor digitaler Gewalt unterstützt. "Collien Fernandes hat eine Debatte angestoßen, die längst überfällig ist", sagte Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD), die den Antrag im Bundesrat eingebracht hatte.

Fernandes war vergangene Woche mit Vorwürfen der digitalen sexualisierten Gewalt gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen an die Öffentlichkeit gegangen. In Spanien brachte sie ihre Vorwürfe zur Anzeige, die Justiz auf Mallorca prüft diese derzeit nach eigenen Angaben. Sie umfassen demnach Aneignung des Personenstandes, Geheimnisverrat, öffentliche Beleidigung, regelmäßige Misshandlung und schwere Drohungen. Ulmen selbst bestreitet die Anschuldigungen, es gilt die Unschuldsvermutung.

Die Veröffentlichung führte in Deutschland in der Politik zu einer Debatte über digitale Gewalt gegen Frauen. Schwesig sagte dazu im Bundesrat: "Das Thema ist wieder gerade aktuell, weil Collien Fernandes mutig war und mit großer Empathie, mit großem Mut und sehr bewegend berichtet hat, was ihr passiert ist: Zehn Jahre lang wurde ihr Körper gestohlen und benutzt für sexualisierte Gewalt, für digitale Gewalt."

"Wo ist denn die Überraschung, dass jetzt der Täter bei Collien Fernandez der eigene Partner war?", sagte die SPD-Politikerin weiter. "Das ist die Realität für viele Frauen im Land: häusliche Gewalt. Es ist schlimm - aber jetzt so zu tun, als ob es neu wäre, entspricht nicht der gesellschaftlichen Realität für viele Frauen in diesem Land."

Mit der Entschließung setze der Bundesrat "ein starkes Zeichen der Solidarität mit Opfern von digitaler Gewalt", sagte Schwesig weiter. "Es ist überfällig, dass Deutschland ein digitales Gewaltschutzgesetz bekommt."

Weitere Meldungen

Myanmar: Junta-Chef soll offenbar auch offiziell Staatspräsident werden

In Myanmar soll Militärjunta-Chef Min Aung Hlaing offenbar offiziell zum Präsidenten ernannt werden. Nach der großen jährlichen Militärparade am Freitag in der Hauptstadt

Mehr
Ehemaliger Rapper Shah als nepalesischer Regierungschef vereidigt

Rund drei Wochen nach seinem Wahlsieg ist in Nepal der frühere Rapper Balendra Shah am Freitag als Ministerpräsident vereidigt worden. Zahlreiche Menschen jubelten in der

Mehr
Bundesrat billigt Änderung der Krankenhausreform trotz Kritik

Der Bundesrat hat Änderungen an der erst vor gut einem Jahr in Kraft getretenen Krankenhausreform trotz anhaltender Bedenken der Länder gebilligt. Die Länderkammer gab in ihrer

Mehr

Top Meldungen

Gabriel Felbermayr in Rat der Wirtschaftsweisen berufen

Der österreichische Wirtschaftswissenschaftler Gabriel Felbermayr ist in den Rat der Wirtschaftsweisen berufen worden. Das teilte das Gremium am Freitag mit. Der Direktor des

Mehr
Seeheimer Kreis will Rentengelder auch in Start-ups anlegen

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - In einem Positionspapier des "Seeheimer Kreises" schlagen drei SPD-Politiker einen schrittweisen Einstieg in eine kapitalgedeckte Altersvorsorge

Mehr
Spahn will Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel streichen

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - In der Debatte um Änderungen der Mehrwertsteuersätze in Deutschland hat Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) eine komplette Streichung der

Mehr