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Islamforscher Ramadan wegen Vergewaltigung zu 18 Jahren Haft verurteilt

  • AFP - 25. März 2026, 22:48 Uhr
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Tariq Ramadan 2024 vor Gericht in Genf
Bild: AFP

Der Schweizer Islamforscher Tariq Ramadan ist von einem Strafgericht in Paris wegen Vergewaltigung zu 18 Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht urteilte am Mittwoch in Abwesenheit des Angeklagten.

Der Schweizer Islamforscher Tariq Ramadan ist von einem Strafgericht in Paris wegen Vergewaltigung zu 18 Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht urteilte am Mittwoch in Abwesenheit des angeklagten früheren Professors der britischen Eliteuniversität Oxford und unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Ramadan wurde der Vergewaltigung von drei Frauen zwischen 2009 und 2016 für schuldig befunden. 

Laut Gericht wurde Ramadan untersagt, Kontakt zu den Opfern aufzunehmen. Zudem wurde gegenüber dem umstrittenen Islamforscher und Prediger ein dauerhaftes Einreiseverbot nach Frankreich ausgesprochen.

Im August war der 63-Jährige bereits von einem Schweizer Bundesgericht schuldig gesprochen worden, eine muslimische Konvertitin vergewaltigt und weiteren sexualisierten Gewaltakten unterzogen zu haben.

Die muslimische Feministin Henda Ayari hatte Ramadan 2017 als erste angeklagt, sie fünf Jahre zuvor in einem Pariser Hotel vergewaltigt zu haben. Später meldeten sich zwei weitere Frauen. Ramadan, der zu dem Zeitpunkt Professor für Zeitgenössische Islamstudien in Oxford war und häufig in Medien auftrat, wurde von der Universität beurlaubt. Er wurde Anfang 2018 in Frankreich festgenommen und verbrachte neun Monate in Untersuchungshaft. 

Ramadan wies die Vorwürfe zunächst zurück. Später erklärte er, mit zwei der Klägerinnen einvernehmlichen Sex gehabt zu haben. 

In einem weiteren Verfahren in der Schweiz wurde Ramadan 2023 zunächst freigesprochen. Ein Berufungsgericht kippte die Entscheidung und verurteilte Ramadan wegen Vergewaltigung zu drei Jahren Haft, davon zwei auf Bewährung. Klägerin war eine muslimische Konvertitin, die Ramadan mehrfache Vergewaltigungen vorgeworfen hatte. 

Seine Abwesenheit bei dem Pariser Prozess erklärten Ramadans Anwälte mit einem Krankenhausaufenthalt wegen eines Schubs von Multipler Sklerose. Medizinische Gutachter bescheinigten ihm jedoch, dass es keine Anzeichen für einen Krankheitsschub gebe.

Ramadan ist ein Enkel des Gründers der ägyptischen Muslimbruderschaft. Kritiker werfen ihm vor, für eine besonders konservative und politische Auslegung des Islam einzutreten. Er selbst weist jede Nähe zu extremistischen Strömungen im Islam zurück.

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