Gesundheit

US-Richter stoppt Impf-Kurswechsel unter Trump

  • AFP - 17. März 2026, 10:40 Uhr
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Impfung eines Kindes
Bild: AFP

Ein US-Richter hat den Kurswechsel in der Impfpolitik unter Präsident Trump vorerst gestoppt. Er beanstandete den reduzierten Impfplan für Kinder sowie die eingeschränkten Empfehlungen für Corona-Immunisierungen.

Ein US-Richter hat den Kurswechsel in der Impfpolitik unter Präsident Donald Trump vorerst gestoppt. Bundesrichter Brian Murphy urteilte am Montag (Ortszeit), die von Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. herbeigeführten Änderungen seien "willkürlich" und verstießen gegen wissenschaftliche Methoden und eingespielte Verfahren. Konkret beanstandete der Richter den reduzierten Impfplan für Kinder sowie die eingeschränkten Empfehlungen für Corona-Immunisierungen.

Die Trump-Regierung habe das traditionelle Verfahren für Impf-Empfehlungen "missachtet und damit die Redlichkeit ihres Handelns untergraben", erklärte Richter Murphy, der von Trumps Vorgänger Joe Biden ernannt worden war. Er gab damit Klagen von Ärzteverbänden statt. 

Mehrere führende Verbände wie die US-Fachgesellschaft der Kinderärzte (AAP) und die US-Fachgesellschaft für Innere Medizin (ACP) begrüßten die Gerichtsentscheidung. Der Verband der Kinderärzte nannte sie "historisch und willkommen". Die Änderungen durch die von Kennedy neu berufene Impfkommission hätten "Chaos und Verwirrung für Eltern und Kinderärzte im ganzen Land gestiftet", erklärte der Verband.

Die teils mit Impfskeptikern besetzte Kommission der US-Gesundheitsbehörde CDC (Acip) hatte unter anderem empfohlen, Immunisierungen gegen Rotaviren, Influenza und Hepatitis B aus dem Impfplan für Kinder zu streichen. Richter Murphy beanstandete in seiner Entscheidung, von den 15 Kommissionsmitgliedern verfügten "selbst bei wohlwollendster Betrachtung" derzeit nur sechs "über nennenswerte Erfahrung mit Impfstoffen", dem "eigentlichen Schwerpunkt" der Kommission.

Das Gesundheitsministerium erwartet nach Angaben eines Sprechers, dass die Entscheidung in der nächsten Instanz wieder aufgehoben wird. Kennedy gilt selbst als Impfskeptiker und hatte den Ausschuss mit der Überprüfung der mehr als 30 Jahre alten Regeln beauftragt. Der Neffe des früheren Präsidenten John F. Kennedy bringt Immunisierungen etwa mit Autismus bei Kindern in Zusammenhang. Dies ist jedoch nicht wissenschaftlich erwiesen.

Hintergrund ist eine steigende Impfskepsis in den USA. Fachleute warnen vor einer Rückkehr potenziell tödlicher Krankheiten, die als weitgehend ausgerottet galten. Im vergangenen Jahr erlebten die USA den größten Masernausbruch seit mehr als 30 Jahren mit mehr als 1400 Fällen.

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