Politik

Grüne weisen Rücktrittsforderungen an Berlinale-Chefin Tuttle zurück

  • AFP - 26. Februar 2026, 12:45 Uhr
Bild vergrößern: Grüne weisen Rücktrittsforderungen an Berlinale-Chefin Tuttle zurück
Tricia Tuttle
Bild: AFP

Die Grünen weisen Rücktrittsforderungen an Berlinale-Intendantin Tuttle zurück. 'Sollte Tricia Tuttle als Berlinale-Leiterin gehen müssen, wäre das nicht nur ein Schaden für die Berlinale, sondern ein Desaster für die deutsche Kulturpolitik.'

Die Grünen weisen Rücktrittsforderungen an Berlinale-Intendantin Tricia Tuttle zurück. "Sollte Tricia Tuttle als Berlinale-Leiterin gehen müssen, wäre das nicht nur ein Schaden für die Berlinale, sondern ein Desaster für die deutsche Kulturpolitik", sagte der Vorsitzende des Bundestags-Ausschusses für Kultur und Medien, Sven Lehmann, am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. 

Lehmann forderte Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) auf, er müsse "die Unabhängigkeit der Berlinale verteidigen und jeglichen Eindruck staatlicher Einflussnahme vermeiden". Weiter sagte der Grünen-Politiker: "Gerade von Kulturstaatsminister Weimer, der immer wieder von Meinungsfreiheit spricht, erwarte ich, dass er sich hinter die Berlinale-Leitung stellt." 

"Die Internationalen Filmfestspiele Berlin leben von der künstlerischen Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Perspektiven und politischen Haltungen", betonte Lehmann. "Wer nach jeder Kontroverse mit personellen Konsequenzen droht, ersetzt Diskurs durch Kontrolle. Kultur lebt von Austausch, nicht von Einschüchterung." Der Grünen-Politiker hob hervor, Tuttle habe "die Berlinale spürbar programmatisch erneuert" und "in den vergangenen zwei Jahren für ihre künstlerische Leitung international viel Anerkennung erfahren".

Anlass für die Kontroverse war der Auftritt des syrisch-palästinensischen Regisseurs Abdallah Alkhatib am Sonntag, der bei dem Filmfestival für sein Filmdebüt "Chronicles from the Siege" mit einem Preis ausgezeichnet worden war. Er hatte in seiner Dankesrede unter anderem der Bundesregierung vorgeworfen, "Partner des Völkermords in Gaza zu sein". Tuttle wird insbesondere aus der CDU vorgeworfen, dagegen nicht eingeschritten zu sein.

Weitere Meldungen

Umstrittenes Erbe der Ampel: Ablauf beim Heizungsgesetz beschäftigt Verfassungsgericht

Das Heizungsgesetz der Ampel ist bald Geschichte - der Streit darüber dürfte nicht so schnell vergessen sein. Denn die Abläufe auf dem Weg zu dem Gesetz im Sommer 2023 waren am

Mehr
Filmschaffende stellen sich hinter Berlinale-Chefin Tuttle - Vorerst keine Ablösung

Tausende Filmschaffende haben sich am Donnerstag mit Berlinale-Intendantin Tricia Tuttle solidarisiert. Tuttle war zuvor wegen ihres Umgangs mit israelfeindlichen Äußerungen bei

Mehr
Beschäftigung von Partner - AfD-Abgeordnete aus Landesgruppe ausgeschlossen

Die niedersächsische Landesgruppe der AfD-Abgeordneten hat die Bundestagsabgeordnete Martina Uhr ausgeschlossen und zum Mandatsverzicht aufgefordert. Eine interne Überprüfung

Mehr

Top Meldungen

Chef des Weltwirtschaftsforums tritt wegen Epstein-Affäre zurück

Davos (dts Nachrichtenagentur) - Der frühere norwegische Außenminister Borge Brende tritt in seiner Funktion als Chef des Weltwirtschaftsforums von Davos im Zuge der

Mehr
Piloten bei Lufthansa Cityline stimmen für mögliche Streiks

Pilotinnen und Piloten bei der Lufthansa-Tochter Cityline haben für mögliche Streiks gestimmt. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) teilte am Donnerstag mit, in

Mehr
Wirtschaftsweiser Werding kritisiert neues Tariftreuegesetz

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Wirtschaftsweise Martin Werding hat das neue Tariftreuegesetz des Bundes als nicht zielführend kritisiert. "Tarifautonomie und die

Mehr