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KI-Material: ZDF verteidigt Abberufung von Studioleiterin

  • dts - 24. Februar 2026, 20:34 Uhr
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ZDF-Logo (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Mainz (dts Nachrichtenagentur) - Die ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten verteidigt die Abberufung der Leiterin des Studios in New York wegen der nicht gekennzeichneten Verwendung von KI-Material in einem Beitrag für das "Heute-Journal".

"Die Entscheidung ist an der Sache orientiert. Es ist ein Verstoß gegen Regeln und das fordert auch eine Antwort", sagte Schausten der "Süddeutschen Zeitung" (Mittwochausgabe). Hinweise auf eine bewusste Täuschung gebe es nicht. Unter anderem der frühere langjährige Anchorman des "Heute-Journals", Claus Kleber, hat die Abberufung kritisiert.

Schausten räumt Mängel auf redaktioneller Seite ein, die dazu geführt hätten, dass der Beitrag so im "Heute-Journal" gesendet werden konnte. "Die schauen wir uns im Moment sehr genau an. Das kann auch arbeitsrechtlich noch Konsequenzen haben", so Schausten. Bei der Abnahme des Beitrags in Mainz "hätte Alarm schrillen müssen, weil erkennbar Material aus dem Netz verwendet wurde". In der Kommunikation des ZDF zu dem Fall sei "die Tragweite des Themas spät erkannt" worden.

In einem "Heute-Journal"-Beitrag vom 15. Februar über ICE-Abschiebungen waren KI-generierte Szenen ohne Kennzeichnung verwendet worden, sowie eine Szene, die aus einem anderen Zusammenhang stammt. Warum eine Kennzeichnung der KI für den Zuschauer fehlte, prüfe das ZDF noch, gerettet hätte eine solche Kennzeichnung den Beitrag aber nicht, erklärt Schausten. Von KI erzeugtes Material dürfe in Nachrichten grundsätzlich nicht verwendet werden, sofern KI nicht selber Thema eines Beitrags sei.

Die ZDF-Chefredakteurin kündigt als Konsequenz an, interne Prüf-Prozesse zu intensivieren. "Die Sensibilität muss gesteigert werden", sagte Schausten. Sie sehe aber auch eine Chance darin, "dass wir jetzt noch am Beginn des medialen KI-Zeitalters so einen Wirkungstreffer bekommen haben". Das ZDF müsse für kommende Herausforderungen besser werden. "Wir sind beschädigt, aber auch klüger", so Schausten.

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