Wirtschaft

TotalEnergies weist Klimavorwürfe vor Pariser Gericht zurück

  • AFP - 19. Februar 2026, 13:00 Uhr
Bild vergrößern: TotalEnergies weist Klimavorwürfe vor Pariser Gericht zurück
Logo von TotalEnergies
Bild: AFP

Der Energiekonzern TotalEnergies hat in einem seit Jahren laufenden Klimaverfahren vor einem Pariser Gericht die Vorwürfe der Kläger zurückgewiesen. Die Kläger werfen TotalEnergies vor, durch fossile Brennstoffe Schäden für das Klima zu verursachen.

Der Energiekonzern TotalEnergies hat in einem seit Jahren laufenden Klimaverfahren vor einem Pariser Gericht die Vorwürfe der Kläger zurückgewiesen. "Die Sorgfaltspflicht für Unternehmen umfasst nicht den Klimawandel", argumentierten die Anwälte des Unternehmens am Donnerstag in Paris. In dem seit 2020 laufenden Verfahren geht es um eine in Frankreich seit 2017 geltende Regel, die große Unternehmen verpflichtet, Menschenrechtsverstöße und Umweltschäden zu verhindern.

Eine "globale Schutzforderung" sei nicht umsetzbar, betonte auch die französische Staatsanwaltschaft, die sich in das Zivilverfahren eingeschaltet hat. 

Die Kläger, zu denen vier Umweltorganisationen und die Stadt Paris zählen, werfen TotalEnergies vor, durch den Verkauf fossiler Brennstoffe Schäden für das Klima und die Umwelt zu verursachen. Sie fordern von dem Unternehmen, in die gesetzlich vorgeschriebenen Umweltpläne auch die CO2-Emissionen seiner Kunden mit einzubeziehen. Diese schätzen sie auf etwa 342 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent. 

Die Kläger fordern das Gericht auf, TotalEnergies zu einem Stopp künftiger Gas- und Ölvorhaben zu verurteilen. "Es ist das erste Klimaverfahren in Frankreich, in dem es darum geht, einen multinationalen Ölkonzern dazu zu zwingen, nicht weiter zur Verschlimmerung des Klimawandels beizutragen", betonte die Organisation Sherpa.

"Es ist ein David-gegen-Goliath-Prozess", sagte der Pariser Vize-Bürgermeister Patrick Bloch. "Aber wir wissen ja, wer am Ende gewonnen hat", fügte er hinzu. 

Die Gerichtsverhandlung dauert noch bis Freitag. Mit einem Urteil wird in mehreren Monaten gerechnet. Gegen den Konzern liegen noch weitere Klimaklagen vor. 

Im vergangenen Oktober hatte ein französisches Gericht den Öl- und Gasriesen in einem Verfahren zum Greenwashing teilweise schuldig gesprochen. TotalEnergies habe mit übertriebenen Klimaschutzversprechen "irreführende Geschäftspraktiken" angewendet, erklärten die Richter. Umweltverbände hatten dem Konzern vorgeworfen, mit einer Werbekampagne den Eindruck erweckt zu haben, trotz seines Öl- und Gasgeschäftes Klimaneutralität erreichen zu können.

In den Niederlanden hatte ein Berufungsgericht hingegen Ende 2024 ein wegweisendes Klimaschutzurteil gegen den Ölkonzern Shell kassiert. 

Weitere Meldungen

102 Millionen internationale Gäste: Frankreich bleibt meistbesuchtes Touristenziel

Frankreich hat im vergangenen Jahr seine Position als weltweit populärstes Touristenziel behauptet. Nach Regierungsangaben vom Donnerstag besuchten 102 Millionen internationale

Mehr
Gute Nachrichten für Bayer: Trump stellt Glyphosat-Produktion unter Schutz

Gute Nachrichten für den Bayer-Konzern: In den USA will Präsident Donald Trump die Produktion des Unkrautvernichters Glyphosat sichern, der von der Bayer-Tochter Monsanto

Mehr
Luftfahrtkonzern Air France-KLM verbucht 2025 Rekordgewinn

Der französisch-niederländische Luftfahrtkonzern Air France-KLM hat im vergangenen Jahr so viel Gewinn gemacht wie noch nie. Unter dem Strich belief sich der Nettoüberschuss

Mehr

Top Meldungen

Krise in Kuba: Staat erlaubt jetzt Privatfirmen die Einfuhr von Kraftstoff

Angesichts der schweren Energie- und Wirtschaftskrise in Kuba dürfen private Unternehmen auf der Karibikinsel nun selbst Diesel und Benzin importieren. "Wir haben schon einen

Mehr
Sanierungsplan: Massiver Stellenabbau bei DB Cargo geplant

Die kriselnde Frachttochter der Deutschen Bahn soll mithilfe massiver Stellenstreichungen wieder wettbewerbsfähig werden. Die Deutsche Bahn (DB) kündigte am Donnerstag einen

Mehr
NRW hält bei Beamtenbesoldung an fiktivem Partnereinkommen fest

Düsseldorf (dts Nachrichtenagentur) - Beim Streit um die Besoldung der Beamten will NRW am umstrittenen fiktiven Partnereinkommen festhalten, deutet aber mögliche

Mehr