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Gericht: Kein allgemeines Persönlichkeitsrecht für Sylter Goldschakal

  • AFP - 12. Februar 2026, 16:38 Uhr
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Goldschakal
Bild: AFP

Ein halbes Jahr nach dem ergebnislosen Ende der Jagd auf einen Goldschakal in Sylt hat das Verwaltungsgericht Schleswig es abgelehnt, die Ausnahmegenehmigung zum Abschuss nachträglich für rechtswidrig zu erklären.

Ein halbes Jahr nach dem ergebnislosen Ende der Jagd auf einen Goldschakal auf Sylt hat das Verwaltungsgericht Schleswig es am Donnerstag abgelehnt, die Ausnahmegenehmigung zum Abschuss nachträglich für rechtswidrig zu erklären. Der Schakal wurde für die Tötung dutzender Lämmern verantwortlich gemacht. Das schleswig-holsteinische Landesamt für Umwelt erlaubte darum ausnahmsweise, dass der eigentlich streng geschützte Schakal getötet werden dürfe.

Der Eilantrag eines Umweltverbands dagegen hatte vor Gericht im Sommer keinen Erfolg. Jagdberechtigte auf der Nordseeinsel durften den Schakal erschießen, wenn sie ihn sahen. Die Erlaubnis zum Abschuss wurde aber bis zum 31. Juli befristet und dann nicht mehr verlängert. Denn das Tier war nicht mehr aufgetaucht und es wurden auf der Insel auch keine Lämmer mehr gerissen.

Nun entschied das Verwaltungsgericht über die eigentliche Klage des Umweltverbands und wies sie ab. Es bestehe kein rechtlich relevantes Interesse mehr daran, nachträglich eine mögliche Rechtswidrigkeit der Ausnahmegenehmigung feststellen zu lassen.

Der Umweltverband hatte auch argumentiert, dass es um die Rehabilitierung des Goldschakals gehe. Das Gericht erklärte aber, dass einem Goldschakal kein allgemeines Persönlichkeitsrecht zustehe. Sein Ruf sei darum auch nicht beschädigt worden. Gegen das Urteil kann noch Berufung zum Oberverwaltungsgericht eingelegt werden.

Goldschakale sind streng geschützt und dürfen normalerweise nicht gejagt werden. Ausnahmen sind dem Landesministerium zufolge nur in Sonderfällen unter strengen Voraussetzungen möglich. Goldschakale sind größer als Füchse, aber deutlich kleiner als Wölfe. Ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Südostasien bis nach Südosteuropa, seit einigen Jahrzehnten breiten sie sich allerdings auch in Mitteleuropa aus. In Deutschland wurde erstmals 2017 ein Tier nachgewiesen. 

Die nachtaktiven Goldschakale leben ähnlich wie Füchse meist in kleinen Familienverbänden. Sie sind anpassungsfähige Allesfresser, die sich etwa von kleineren bis mittelgroßen Säugetieren, Vögeln, Insekten, Aas und Beeren ernähren. Genproben bestätigten, dass ein Goldschakal die Lämmer auf Sylt gerissen hatte.

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