Brennpunkte

Selenskyj: Ausschluss von ukrainischen Athleten von Olympia nutzt "Aggressoren"

  • AFP - 12. Februar 2026, 15:18 Uhr
Bild vergrößern: Selenskyj: Ausschluss von ukrainischen Athleten von Olympia nutzt Aggressoren
Skeleton-Fahrer Wladislaw Heraskewytsch mit dem Gedenkhelm
Bild: AFP

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den Ausschluss des Athleten Wladislaw Heraskewytsch von den Olympischen Winterspielen wegen eines Gedenkhelms mit Porträts von im russischen Angriffskrieg getöteten Sportlern scharf kritisiert.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den Ausschluss des Athleten Wladislaw Heraskewytsch von den Olympischen Winterspielen wegen eines Gedenkhelms mit im Krieg getöteten Sportlern scharf kritisiert. "Die olympische Bewegung sollte dabei helfen, Kriege zu beenden und nicht Aggressoren in die Hände spielen", erklärte Selenskyj am Donnerstag in Onlinenetzwerken, wobei er sich auf Russland bezog.

"Wir sind stolz auf Heraskewytsch und das, was er getan hat", betonte der ukrainische Staatschef. "Mut zu haben, ist mehr Wert als jede Medaille", fügte er hinzu. Heraskewytsch hatte einen Helm mit Porträts von ukrainischen Sportlern getragen, die seit dem Einmarsch der russischen Truppen in der Ukraine getötet wurden.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) disqualifizierte den Skeleton-Fahrer daraufhin wegen seiner "Weigerung, sich an die Richtlinien des IOC zur Meinungsäußerung von Athleten zu halten", von den derzeitigen Spielen in Norditalien. 

Heraskewytsch hatte den Gedenkhelm während eines Trainings in Cortina d'Ampezzo getragen und wollte ihn auch bei den Wettkämpfen nutzen, um an den seit bald vier Jahren andauernden russischen Angriffskrieg gegen sein Land zu erinnern. 

IOC-Sprecher Mark Adams erklärte am Dienstag, dass der Helm gegen die Richtlinien zu "politischen Symbolen" bei den Olympischen Spiele verstoße. Zugleich wolle das IOC eine Ausnahme machen und Heraskewytsch erlauben, eine schwarze Armbinde zu tragen. Der Sportler hielt jedoch an seiner Absicht fest, den Gedenkhelm im Wettkampf zu tragen. Das IOC gab daraufhin am Donnerstagmorgen die Disqualifizierung des Sportlers bekannt.

Bei Olympia sind politische Gesten an Wettkampfstätten oder auf dem Medaillenpodest verboten. Sportler dürfen jedoch ihre politische Meinung in Pressekonferenzen und in Onlinediensten äußern.

Weitere Meldungen

Unifil: UN-Blauhelmsoldat bei Explosion von Geschoss im Südlibanon getötet

Ein Blauhelmsoldat der UN-Mission im Libanon (Unifil) ist nach UN-Angaben bei der Explosion eines Geschosses nahe einer Stellung der Friedenstruppe im Süden des Landes getötet

Mehr
Hubig: Gesetzentwurf zum digitalen Gewaltschutz ist fertiggestellt

Der Gesetzesentwurf zum digitalen Gewaltschutz ist Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) zufolge fertiggestellt. Der Entwurf befinde sich bereits in der Abstimmung zwischen

Mehr
Trump: Iran-Krieg hat "Regimewechsel" in Teheran erreicht

Der Iran-Krieg hat nach der Auffassung von US-Präsident Donald Trump einen "Regimewechsel" in Teheran erreicht. "Wir haben einen Regimewechsel gehabt", sagte Trump am Sonntag vor

Mehr

Top Meldungen

Bauministerin will eigene Bundeswohnungsbaugesellschaft gründen

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Weil Deutschland beim Wohnungsbau hinterherhängt, will Bundesbauministerin Verena Hubertz eine eigene Bundeswohnungsbaugesellschaft gründen.

Mehr
Scheidender Rechnungshof-Präsident beklagt "Verschiebebahnhof"

Bonn (dts Nachrichtenagentur) - Der scheidende Präsident des Bundesrechnungshofs, Kay Scheller, kritisiert die Bundesregierung für ihren Umgang mit dem

Mehr
Milliarden-Finanzloch der Städte in NRW wächst

Düsseldorf (dts Nachrichtenagentur) - Die Finanznot der Kommunen in NRW hat sich innerhalb eines Jahres weiter dramatisch verschärft. Das Defizit der Haushalte sei laut neuester

Mehr