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EU-Kommission kündigt App für Hilfe bei Cybermobbing an

  • AFP - 10. Februar 2026, 15:42 Uhr
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Tiktok-Logo auf einem Smartphone
Bild: AFP

Wenn Kinder und Jugendliche online gemobbt werden, sollen sie nach Vorstellung der EU-Kommission künftig über eine App Hilfe bekommen können. Die App soll ähnlich wie ein Hilfetelefon funktionieren und Beweise speichern können.

Wenn Kinder und Jugendliche online gemobbt werden, sollen sie nach Vorstellung der EU-Kommission künftig über eine App Hilfe bekommen können. Die Kommission kündigte am Dienstag in Straßburg an, die App solle ähnlich wie eine Unterstützungs-Hotline funktionieren und zudem Beweise speichern können. Brüssel will dafür einen Prototypen entwickeln, den die 27 EU-Länder dann in ihre Sprachen übersetzen können.

Nach dem gleichen Prinzip arbeitet die Kommission bereits an einer App, mit der die EU-Staaten ein Verbot von Online-Netzwerken für Kinder unter 15 oder 16 Jahren durchsetzen könnten. Die App soll das Geburtsdatum auf dem Smartphone speichern und automatisch alle anderes Apps und Internetseiten blockieren, die für das gespeicherte Alter verboten sind.

Mehrere Länder haben ein solches Verbot bereits auf den Weg gebracht, darunter Frankreich, Dänemark und Spanien. In Deutschland hat im vergangenen Herbst eine Expertenkommission ihre Arbeit aufgenommen, die einen solchen Schritt ebenfalls prüfen soll. Die Umsetzung liegt in all diesen Fällen aber bei der EU-Kommission: Sie ist für die Überwachung der großen Online-Plattformen zuständig und kann bei Verstößen Bußgelder verhängen.

In Brüssel laufen bereits Verfahren gegen mehrere Digitalkonzerne, weil die Kommission vermutet, dass sie Minderjährige auf ihren Plattformen nicht genug schützen. Die Kommission wies die Videoplattform Tiktok am vergangenen Freitag etwa an, ihre "süchtig machende" Funktionsweise zu ändern. Auch gegen den Meta-Konzern mit seinen Diensten Instagram und Facebook laufen Verfahren.

Die Kommission will zusätzlich ihre Leitlinien für die Plattformen anpassen und die Vorgaben aus dem EU-Gesetz für digitale Dienste (Digital Services Act, DSA) zum Schutz von Kindern und Jugendlichen entschiedener durchsetzen. Brüssel will zudem dafür sorgen, dass herabwürdigende KI-Bilder umgehend gelöscht werden.

Schätzungen der Kommission zufolge hat jedes sechste Kind zwischen elf und 15 Jahren bereits Cybermobbing erfahren. Etwa jedes achte Kind gibt demnach zu, online schon andere Kinder gemobbt zu haben. 

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