Ein französischer Senator soll einer Abgeordneten Ecstasy in den Champagner gegeben haben, um sie anschließend zu vergewaltigen: Gegen den inzwischen zurückgetretenen Joël Guerriau hat am Montag in Paris ein Prozess begonnen. Guerriau wies die Vorwürfe während der Ermittlungen zurück und sprach von einem "Versehen". Die Staatsanwaltschaft verweist auf Internetrecherchen des damaligen Senators aus dem Regierungslager nach "Drogen und Vergewaltigung" und "Wirkung von Ecstasy". Dem Angeklagten drohen bis zu fünf Jahre Haft.Â
Der Fall hatte in Frankreich Aufsehen erregt. Guerriau hatte die damals 48 Jahre alte Abgeordnete Sandrine Josso im November 2023 in seine Wohnung eingeladen, um auf seine Wiederwahl anzustoßen. Josso berichtete später, dass ihr Gastgeber sie mehrfach aufgefordert habe, mit ihm anzustoßen und viel zu trinken. Er habe außerdem mehrfach das Licht an- und ausgemacht und in der Küche mit einem Tütchen hantiert.Â
Nach dem Champagner sei ihr sehr schlecht geworden. Sie floh aus der Wohnung und erstattete Anzeige. In ihrem Blut wurde eine hohe Dosis Ecstasy nachgewiesen, deutlich mehr als jemand einnimmt, der sich davon einen positiven Effekt erhofft. Sie sei "der Falle entkommen", sagte sie den Ermittlern.
Josso verklagte den acht Jahre älteren Senator, ihr eine bewusstseinsverändernde Substanz verabreicht zu haben, mit dem Ziel, sie sexuell gefügig zu machen. Guerriau erklärte, dass er sich die Partydroge zum eigenen Gebrauch besorgt habe, weil er nach dem Tod seiner Katze deprimiert gewesen sei. Er habe das Pulver in einem Champagnerglas aufbewahrt, das er dann versehentlich seiner Kollegin serviert habe. Die Ermittler fanden bei ihm insgesamt 30 Gramm Ecstasy.Â
Guerriau blieb nach Bekanntwerden der Affäre noch bis Oktober 2025 Senator. Der Prozess ist auf zwei Tage angelegt.
Brennpunkte
Ecstasy im Champagner der Kollegin: Französischer Ex-Senator vor Gericht
- AFP - 26. Januar 2026, 15:43 Uhr
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