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Pistorius weist Trumps Äußerungen zum Afghanistan-Einsatz entschieden zurück

  • AFP - 24. Januar 2026, 15:22 Uhr
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Verteidigungsminister Pistorius
Bild: AFP

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat Äußerungen von US-Präsident Donald Trump über Nato-Soldaten in Afghanistan entschieden widersprochen und sich hinter die Bundeswehrsoldaten gestellt.

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat Äußerungen von US-Präsident Donald Trump über Nato-Soldaten in Afghanistan entschieden widersprochen und sich hinter die Bundeswehrsoldaten gestellt. "Unsere Bundeswehr stand bereit, als unsere amerikanischen Verbündeten nach dem islamistischen Terroranschlag von 2001 um Unterstützung gebeten haben", erklärte er am Samstag über den Whatsapp-Kanal seines Ministeriums. "Für diesen Mut und den hochprofessionellen Einsatz ist Deutschland unserer Bundeswehr sehr dankbar.
"

Für den Einsatz habe Deutschland einen hohen Preis bezahlt, bekräftigte Pistorius, 59 Soldaten und drei Polizisten seien dabei getötet worden. Viele Verletzte litten bis heute, ebenso wie deren Angehörige. "
Ich verspreche ihnen: Wir werden den Einsatz und Mut unserer Soldatinnen und Soldaten in Afghanistan in Ehren halten", fuhr Pistorius fort. "Ganz egal, von wem das in Frage gestellt wird."

Damit bezog er sich auf Trump: Der US-Präsident hatte am Freitag die Bedeutung der Truppen aus Nato-Partnerstaaten für den Afghanistan-Einsatz zu schmälern versucht. "Sie werden sagen, dass sie einige Truppen nach Afghanistan geschickt haben", sagte er über andere Nato-Mitglieder im Sender Fox News. "Und das haben sie auch, aber sie blieben etwas zurück, etwas abseits der Front." Zugleich wiederholte der US-Präsident seine Behauptung, dass die Nato den USA nicht zu Hilfe kommen würde, falls sie darum gebeten würde.

Auch Dänemark hatte entsetzt auf Trumps Äußerungen reagiert. Ministerpräsidentin Mette Frederiksen bezeichnete es als "inakzeptabel, dass der US-Präsident das Engagement der verbündeten Soldaten in Afghanistan in Frage stellt". Dänemark sei im internationalen Afghanistan-Einsatz eines der Nato-Länder mit den höchsten Verlusten gewesen, betonte die Regierungschefin. Auch der dänische Veteranenverband erklärte, ihm fehlten die Worte.

Das Eingreifen der Nato in Afghanistan nach dem 11. September 2001 markiert das erste und einzige Mal, dass die Nato den Bündnisfall gemäß Artikel 5 ausgerufen hatte. Der Einsatz, an dem sich auch die Bundeswehr beteiligt hatte, endete 2021 mit einem chaotischen Abzug nach dem Vorrücken der radikalislamischen Taliban.

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