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Beobachter: Kurdische Kämpfer ziehen sich von größtem Ölfeld Syriens zurück

  • AFP - 18. Januar 2026, 13:17 Uhr
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Regierungskräfte patrouillieren in Takba
Bild: AFP

Angesichts der im Norden und Osten Syriens vorrückenden Regierungskräfte haben sich kurdische Kämpfer nach Angaben von Aktivisten vom größten Ölfeld des Landes zurückgezogen.

Angesichts der im Norden und Osten Syriens vorrückenden Regierungskräfte haben sich kurdische Kämpfer nach Angaben von Aktivisten vom größten Ölfeld des Landes zurückgezogen. Die kurdisch dominierten Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) gaben ihre Stellungen in den bislang von ihr kontrollierten Gebieten im östlichen Teil der Region Deir Essor am Sonntag auf, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete. Dazu gehörten auch die Ölfelder Al-Omar und Tanak.

Die Regierungstruppen hatten bei ihrer Offensive im Norden und Osten des Landes in den vergangenen Tagen kurdische Kämpfer aus Gebieten vertrieben, in denen die Kurden seit Ausbruch des Bürgerkriegs 2011 de facto Autonomie genossen. Die Armee erlangte nach Regierungsangaben unter anderem die Kontrolle über die Stadt Tabka mitsamt dem größten Staudamm des Landes. Ein AFP-Korrespondent sah in Takba gepanzerte Armeefahrzeuge, Sicherheitskräfte patrouillierten in den Straßen.

In der vergangenen Woche hatte die Armee kurdische Kämpfer bereits aus den letzten zwei von ihnen gehaltenen Stadtteilen der nordsyrischen Großstadt Aleppo vertrieben. Am Samstag brachte sie ein Gebiet östlich von Aleppo unter ihre Kontrolle. Dort sah ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP, wie Kämpfer der mehrheitlich kurdischen Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) abzogen und Bewohner in ihre Häuser zurückkehrten, während zahlreiche Soldaten der syrischen Armee in den Straßen patrouillierten. 

Die SDF-Kräfte kontrollierten bislang große Gebiete in Syriens ölreichem Norden und Nordosten. Große Teile davon hatten die SDF während des syrischen Bürgerkriegs in ihrem Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) eingenommen. Beim Sieg über den IS in Syrien 2019 hatten die von den USA unterstützten SDF eine entscheidende Rolle gespielt. Eigentlich sollten die kurdischen Kämpfer der SDF in die Regierungsarmee integriert werden, eine entsprechende Vereinbarung wurde jedoch bisher nicht umgesetzt.

Die Kurden-Verwaltung warf den Regierungstruppen am Sonntag vor, ihre Kämpfer "an mehreren Fronten" anzugreifen. Die Armee wiederum beschuldigte die SDF, sich nicht an eine Vereinbarung zum vollständigen Abzug vom östlichen Ufer des Euphrat zu halten.

Das regionale US-Armeekommando Centcom rief die syrische Regierungsarmee auf, "jegliche Offensivhandlungen" im Gebiet zwischen Aleppo und Takba zu stoppen. Der französische Präsident Emmanuel Macron und der Anführer der Kurden im Irak, Netschirwan Barsani, rufen zur Deeskalation und einer Waffenruhe auf.

Nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Baschar al-Assad im Dezember 2024 herrscht in Syrien eine Übergangsregierung unter dem Islamisten Ahmed al-Scharaa. Dieser wird vorgeworfen, die Rechte und die Sicherheit von Minderheiten wie Alawiten, Drusen und Kurden nicht ausreichend zu schützen. Die Menschenrechtslage in dem Land gilt generell als fragil.

Der syrische Übergangspräsident al-Scharaa wird am Dienstag zu einem Besuch in Berlin erwartet. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) empfängt den früheren Dschihadistenanführer im Kanzleramt, zudem trifft al-Scharaa auch Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

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