Wirtschaft

Kassenärzte unterstützen Merz in Debatte um Krankenstand

  • dts - 18. Januar 2026, 05:00 Uhr
Bild vergrößern: Kassenärzte unterstützen Merz in Debatte um Krankenstand
Friedrich Merz am 14.01.2026, via dts Nachrichtenagentur

.

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat Friedrich Merz (CDU) nach dessen Aussagen zum hohen Krankenstand in Deutschland den Rücken gestärkt. "Merz hat völlig recht", sagte KBV-Vorstandsvorsitzender Andreas Gassen dem "Tagesspiegel".

"Die telefonische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung lädt natürlich zum Missbrauch ein. Am Telefon kann doch niemand zuverlässig beurteilen, ob jemand wirklich arbeitsunfähig ist oder nicht." Merz hatte im Rahmen einer Wahlkampfveranstaltung in Baden-Württemberg gesagt, die Beschäftigten kämen im Schnitt auf 14,5 Krankentage - zu viel, so der Kanzler.

In diesem Kontext stellte Merz auch das System der elektronischen Krankschreibung infrage. Ex-Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte dies im "Tagesspiegel" scharf kritisiert und Merz dabei "Gängelung der Kranken" vorgeworfen. Lauterbach warnte zudem vor einer Überlastung der niedergelassenen Ärzte, sollte die telefonische Krankschreibung wegfallen.

KBV-Chef Gassen weist Lauterbachs Kritik zurück: "Die Telefon-AU gehört abgeschafft, und die Pflicht zur AU in den ersten drei Tagen gleich mit. Dann sind Missbrauchspotenziale minimiert, und die Praxen werden wirklich entlastet", sagte er. "Diese Bagatell-AUs verursachen jährlich rund 27 Millionen Arzt-Patienten-Kontakte, die medizinisch unnötig sind."

Stattdessen plädierte Gassen für eine tiefgreifende Reform des bestehenden Systems: "Die ersten drei Krankheitstage sollten arbeitsvertraglich geregelt werden - wie es viele andere Länder tun. Ich bin Befürworter von Karenztagen oder Bonussystemen. Die Lohnfortzahlung im echten Krankheitsfall bleibt bestehen, sie ist auch wichtig, wenn Menschen wirklich krank sind. Aber sie war nie für leichte Erkältungen oder morgendliche Kopfschmerzen gedacht."

Weitere Meldungen

Linnemann fordert "Turbo-Staat"

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann will die deutsche Verwaltung mit einer radikalen Fristenlösung beschleunigen. Linnemann sagte der "Bild

Mehr
Insider: EU erwägt Sondergipfel wegen Grönland-Streit

Brüssel (dts Nachrichtenagentur) - Die EU ringt um eine Antwort auf die neue Zollandrohung Donald Trumps gegen Deutschland und sieben weitere europäische Länder. Nun verdichten

Mehr
Harvard-Ökonom analysiert Trumps Attacken auf Fed

Cambridge (dts Nachrichtenagentur) - Der Harvard-Ökonom Kenneth Rogoff sieht in Trumps Attacke auf den amtierenden Chef der Notenbank Fed, Jerome Powell, vor allem einen

Mehr

Top Meldungen

Mittelstandsunion fordert und Aus für Soli

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Nach der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, wegen des Streits um Grönland Strafzölle auch gegen Deutschland zu verhängen, fordert

Mehr
EU weist Trumps neue Zoll-Drohung im Grönland-Streit zurück

Asunción/Brüssel (dts Nachrichtenagentur) - Im Streit um Grönland hat die EU die neue Drohung von US-Präsident Donald Trump zurückgewiesen. "Territoriale Integrität und

Mehr
Bundesregierung deutet "Reaktionen" auf US-Grönland-Strafzoll an

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Nach der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, gegen Dänemark, Deutschland und andere europäische Länder Strafzölle zu verhängen, bis

Mehr