Brennpunkte

Beschuldigte in Düsseldorfer Antifa-Prozess verteidigen Gewalt

  • dts - 11. Januar 2026, 12:49 Uhr
Bild vergrößern: Beschuldigte in Düsseldorfer Antifa-Prozess verteidigen Gewalt
Justicia (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

.

Düsseldorf (dts Nachrichtenagentur) - Vor dem Beginn eines Großprozesses gegen sechs junge Linksradikale vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf verteidigen einige Angeklagte in einer Erklärung den Einsatz von Gewalt.

"Auch wenn gewaltvoller Widerstand gegen Nazis heute von vielen moralisch abgelehnt wird, kann seine historische Bedeutung nicht geleugnet werden", zitiert die "Wochentaz" aus einer Erklärung. Heute sei man wieder an einem Punkt, wo sich alle Demokraten fragen müssten, "bis zu welchem Punkt man das staatliche Gewaltmonopol schwerer gewichtet als die Notwendigkeit, Faschismus zu bekämpfen".

Der Prozess gegen die fünf Frauen und einen Mann aus Thüringen, Sachsen und Hamburg, 23 bis 25 Jahre alt, beginnt am Dienstag. Ihnen wird vorgeworfen, im Februar 2023 in Budapest am Rande eines rechtsextremen Aufmarschs fünf schwere Angriffe auf vermeintliche Teilnehmer verübt zu haben. Zudem soll eine Beschuldigte auch an einem Angriff auf zwei Rechtsextreme in Erfurt im Januar 2023 und an einem Überfall auf ein Erfurter Geschäft einer bei Rechtsextremen beliebten Modemarke im April 2022 beteiligt gewesen sein.

Die Bundesanwaltschaft sieht die Beschuldigten als Teil einer kriminellen Vereinigung und stuft drei der Angriffe als versuchten Mord ein. Im Prozess sind Verhandlungstermine bis ins Jahr 2027 angesetzt.

Die Erklärung der Angeklagten vor Prozessbeginn wurde im Namen "einiger" der von der Bundesanwaltschaft "Verfolgter" verfasst - von welchen Beschuldigten genau, bleibt offen. In dem Statement heißt es laut "Wochentaz" weiter: "Nur durch die Überzeugung, aber auch die Gegengewalt all der Menschen, die Widerstand gegen den Faschismus geleistet haben, konnte der Faschismus historisch besiegt werden." Zu Recht würden daran heute Denkmäler erinnern. Und es gelte weiter: "Wenn der Faschismus einmal an der Macht ist, dann wird er sich nicht durch Diskussionen wieder davon abbringen lassen." Heute, im Jahr 2025, stelle sich allen Menschen, die sich als Antifaschisten begreifen, "ganz konkret die Frage, wie sie dem Wiedererstarken des Faschismus begegnen wollen".

Weitere Meldungen

Warnungen vor Glatteis in weiten Teilen Deutschlands - Schnieder mahnt zu Vorsicht

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor Glatteis in weiten Teilen Deutschlands. Am Montag drohe in mehreren Bundesländern Glatteisbildung durch gefrierenden Regen, teilte der

Mehr
Bericht: Trump erwägt militärische Intervention im Iran

Washington (dts Nachrichtenagentur) - Angesichts der tödlichen Gewalt des Mullah-Regimes gegen Demonstranten im Iran erwägt US-Präsident Donald Trump Medienberichten zufolge

Mehr
Trump verschärft Drohungen gegen Kuba - Präsident der Karibikinsel will kämpfen

Nach dem US-Militäreinsatz in Venezuela gerät Kuba zunehmend ins Visier von US-Präsident Donald Trump. Nach der Gefangennahme des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro

Mehr

Top Meldungen

Landwirte in Frankreich und Irland protestieren gegen Mercosur-Handelsabkommen

Nach der Einigung der EU auf ein Handelsabkommen mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten haben am Wochenende Landwirte in mehreren europäischen Ländern protestiert. Im

Mehr
Finanzbranche zweifelt am digitalen Euro

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Im Ringen um die Einführung des digitalen Euro durch die Europäische Zentralbank (EZB) bekommen die Kritiker des Projekts Rückenwind. Eine

Mehr
Grüne fordern kritische Prüfung des Krisenmanagements der Bahn

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Grünen fordern eine kritische Prüfung des Krisenmanagements der Bahn wegen des Wintereinbruchs in Deutschland. "Der Bund wird die

Mehr