Politik

Stromversorgung in Berlin wieder stabil - Städte fordern "Blackout-Reserve"

  • AFP - 10. Januar 2026, 12:55 Uhr
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Stromausfall in Berlin
Bild: AFP

In Berlin ist die Stromversorgung nach dem tagelangen Stromausfall wieder stabil. Als Konsequenz des Vorfalls fordert der Deutsche Städtetag nun den Aufbau einer Notfallreserve mit mobilen Kraftwerken zur Versorgung ganzer Stadtviertel.

In Berlin ist die Stromversorgung nach dem tagelangen Stromausfall wieder stabil. Als Konsequenz des Vorfalls fordert der Deutsche Städtetag nun von der Bundesregierung den Aufbau einer Notfallreserve mit mobilen Kraftwerken zur Versorgung ganzer Stadtviertel. Das Bundesinnenministerium verwies am Samstag auf den geplanten Aufbau einer Reserve für den Kriegsfall, federführend dabei müssten jedoch die Länder und Gemeinden sein.

"Für großflächige und mehrtägige Stromausfälle wie jetzt in Berlin müssen wir größer denken als bisher", sagte der Städtetags-Hauptgeschäftsführer Christian Schuchardt der "Rheinischen Post". "Wir brauchen eine nationale Blackout-Reserve für solche Fälle." Einzelne Einrichtungen wie Krankenhäuser oder Pflegeheime mit Notstrom-Aggregaten zu versorgen sei zwar wichtig, fügte er hinzu. "Noch besser wäre, wenn wir mit mobilen Kraftwerken gleich ganze Quartiere mit Wärme und Strom versorgen könnten."

Ein Brandanschlag im Südwesten Berlins mit mutmaßlich linksextremem Hintergrund hatte am vergangenen Samstag 45.000 Haushalte und 2200 Firmen von der Stromversorgung abgeschnitten. Wegen des kalten Winterwetters kamen die Arbeiten zur Wiederherstellung der Versorgung nur langsam voran. In vielen Haushalten fiel mangels Strom auch die Heizung aus. Es dauerte bis Mittwoch, bis alle Betroffenen teils provisorisch wieder am Netz waren.

Am Samstag meldete Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) dann, das die Stromversorgung insgesamt wieder stabil sei. Sie hob die eine Woche zuvor ausgerufene Großschadenslage wieder auf und dankte den rund 13.000 Menschen, die in den vergangenen Tagen im Einsatz gewesen seien.

Der Anschlag habe gezeigt, "wie schnell Zehntausende Menschen von einem Katastrophenfall betroffen sein können", sagte Schuchardt. Deshalb müssten auch im Bundes- und in den Landeshaushalten die Mittel für den Bevölkerungsschutz in den Kommunen deutlich erhöht werden. "Und zwar nicht als temporäre Förderprogramme, sondern planbar und dauerhaft." Die "nationale Blackout-Reserve" müsse zudem der Bund vorhalten.

"Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) plant in den nächsten Jahren mit Mitteln für den Aufbau einer nationalen Reserve Blackout", erklärte dazu ein Sprecher des Bundesinnenministeriums. Ziel sei es, "kriegsbedingt ausgefallene Kapazitäten der Strom- und Notstromversorgung mit Hilfe zusätzlicher mobiler Netzersatzanlagen zumindest in Teilen auszugleichen". Die Zuständigkeit liege aber bei den Ländern, das BBK würde nur unterstützen. "Deutschland verfügt insgesamt über eine sehr hohe Versorgungssicherheit im Strombereich", betonte der Sprecher zudem.

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