Der Städte- und Gemeindebund hat die finanzielle Lage in den deutschen Kommunen als "desaströs" bezeichnet und bei den Sozialausgaben eine Aufteilung der Kosten vorgeschlagen. Die Kommunen hätten in Krisenzeiten "immer wieder bewiesen", dass sie ein stabiler Anker im Staatsgefüge seien und ihrer Aufgabe gerecht würden, sagte Verbandspräsident Ralph Spiegler am Montag in Berlin. Dazu bräuchten sie aber auch die nötigen finanziellen und personellen Rahmenbedingungen.
Das Finanzierungsdefizit in den Kommunen habe sich im vergangenen Jahr auf "deutlich über 30 Milliarden Euro" erhöht, fuhr Spiegler fort. "Wir reden hier von laufenden Kosten. Hier ist kein einziger Euro investiert in Zukunftsaufgaben, in den Bestand" - also in Schulen, Rathäuser, Brücken und Schwimmbäder. Im Bestand belaufe sich das Defizit mittlerweile auf 218 Milliarden Euro. Einsparpotenziale seien mittlerweile weitestgehend, "und zwar in allen Kommunen ausgeschöpft". Rücklagen seien nicht mehr vorhanden.
Vor allem bei den sozialen Leistungen habe das Ausmaß der Aufgaben bezogen auf die Gegenfinanzierung ein Ausmaß angenommen, "das nicht mehr hinnehmbar ist", sagte Spiegler bei der Pressekonferenz zur Bilanz für 2025 und zum Ausblick auf das laufende Jahr. Zuletzt hatte es etwa Widerstand gegen die Bürgergeldreform für Geflüchtete aus der Ukraine gegeben - hier verschieben sich die Kosten dafür vom Bund auf Länder und Kommunen.
Der Städte- und Gemeindebund schlug einen "Paradigmenwechsel" bei der Verteilung der Kosten im Sozialbereich in drei großen Bereichen vor: bei der Kinder- und Jugendhilfe, der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung und den Hilfen zur Pflege. "Allein in diesem Bereich liegen die Kosten für die Kommunen zusammen genommen bei rund 46 Milliarden Euro, ohne dass es eine nennenswerte Gegenfinanzierung gibt", beklagte der Hauptgeschäftsführer des Verbands, André Berghegger. "Diese Kostenverteilung kann so nicht bleiben."
Der Verband schlug vor, dass Bund, Länder und Kommunen sich zu je einem Drittel an der Finanzierung dieser sozialen Leistungen beteiligen. So könne es gelingen, "die Handlungsfähigkeit der Städte und Gemeinden zu sichern". Der Vorschlag müsse bei den nun anstehenden Diskussionen im Bund über eine Sozialstaatsreform und bei der Erarbeitung des im Koalitionsvertrag angekündigten Zukunftspakts Bund, Länder und Kommunen berücksichtigt werden.
Grundsätzlich müsse auch das Prinzip "Wer bestellt, bezahlt" konsequent umgesetzt werden, forderten Spiegler und Berghegger mit Blick auf den Bund, der immer neue Kosten auf die Kommunen überträgt. "Leider müssen wir attestieren, dass es schlicht nicht funktioniert. Bund und Länder kommen ihrer Verantwortung nicht nach", kritisierten Spiegler und Berghegger.
Politik
Städtebund: Finanzlage der Kommunen "desaströs" - Vorschlag der Kostenaufteilung
- AFP - 5. Januar 2026, 11:34 Uhr
Der Städte- und Gemeindebund hat die finanzielle Lage in den deutschen Kommunen als 'desaströs' bezeichnet. Er schlug bei den Sozialausgaben eine Aufteilung der Kosten vor.
Weitere Meldungen
Die Mehrheit der Menschen in Deutschland sieht einer Umfrage zufolge eine akute Bedrohung der Nato durch die Politik von US-Präsident Donald Trump. In dem am Freitag
MehrDie zweite Tarifrunde für die angestellten Beschäftigten der Bundesländer außer Hessen ist am Freitag in Potsdam am zweiten Verhandlungstag fortgesetzt worden. Die
MehrEinen Tag nach der Präsidentschaftswahl in Uganda ist der Oppositionschef Bobi Wine nach Angaben seiner Partei unter Hausarrest gestellt worden. Das Militär und die Polizei
MehrTop Meldungen
Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) - Im November 2025 wurde in Deutschland der Bau von 20.100 Wohnungen genehmigt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Freitag mitteilte,
MehrWiesbaden (dts Nachrichtenagentur) - Die Verbraucherpreise in Deutschland haben sich im Jahresdurchschnitt 2025 um 2,2 Prozent gegenüber 2024 erhöht. "Die Entwicklung der
MehrKöln (dts Nachrichtenagentur) - Der Chef des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, kritisiert die Erbschaftsteuer-Pläne der SPD. "Es ist richtig, die
Mehr














