Finanzen

Steuerberater: Investitionsbooster nutzt primär größeren Firmen

  • dts - 23. Juni 2025, 07:47 Uhr
Bild vergrößern: Steuerberater: Investitionsbooster nutzt primär größeren Firmen
Steuerberater (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

.

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der sogenannte Investitionsbooster der Bundesregierung kommt laut dem Deutschen Steuerberaterverband (DStV) primär größeren Firmen zugute. Die Wiedereinführung der degressiven Absetzung für Abnutzung (AfA) nütze "vor allem großen und finanzstärkeren Unternehmen mit versierten Steuerabteilungen", sagte DStV-Präsident Torsten Lüth dem "Spiegel". "Bei kleineren Unternehmen ist die Wirkung häufig geringer." Diese nutzten eher den sogenannten Investitionsabzugsbetrag oder eine 40-prozentige Sonderabschreibung.

Lüth kritisierte, dass die degressive AfA zum wiederholten Mal befristet eingeführt werde. "Unternehmen brauchen Planbarkeit und deshalb eine dauerhafte Wiedereinführung der degressiven Abschreibung." Der DStV-Präsident wies zudem darauf hin, dass sich neuere Produkte in den AfA-Tabellen des Bundesfinanzministeriums oft nicht wiederfänden. Für diese müsse man dann nach ähnlichen Kategorien suchen. "Das ist ein wahnsinniger bürokratischer Aufwand."

Auf den sogenannten Wachstumsbooster der Bundesregierung sollten Lüth zufolge zusätzliche Reformen folgen. "Das kann es noch nicht gewesen sein", sagte er mit Verweis auf weitere Wirtschaftshilfen, die im Koalitionsvertrag vereinbart wurden.

Vom Verband der Deutschen Bauindustrie hieß es, noch sei die Auslastung der Branche mit 70 Prozent zu gering für zusätzliche Investitionen. "Zu diesem Zeitpunkt macht es keinen Sinn, neue Maschinen anzuschaffen, nur um von möglichen Abschreibungen zu profitieren", sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Tim-Oliver Müller. Vielmehr brauche es neue Aufträge, um die Kapazitäten der Maschinen schnell hochzufahren.

Lob für die neuen Abschreibungsregeln kam vom Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau. "Das ist schon ein Booster", sagte Chefvolkswirt Johannes Gernandt. "Dadurch haben Firmen mehr Liquidität und können schneller Maschinen kaufen." Das sei wichtig, falls es in Deutschland tatsächlich zum lang erhofften Aufschwung kommen sollte. In solchen Phasen müssten Unternehmen verstärkt Vorprodukte finanzieren, die Gefahr von Liquiditätsengpässen sei dann besonders groß.

Weitere Meldungen

CSU lehnt Abschaffung des Ehegattensplittings ab

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die im Bund mitregierende CSU erteilt SPD-Plänen zu einer Abschaffung des Ehegattensplittings eine klare Abfuhr. "Wir wenden uns klar gegen

Mehr
CDU-Sozialflügel zeigt Skepsis bei Mehrwertsteuererhöhung

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der CDU-Sozialflügel hat mit Skepsis auf die Pläne in der schwarz-roten Koalition für eine höhere Mehrwertsteuer reagiert. Eine Erhöhung der

Mehr
Ökonomen und Politiker wollen weniger Verbeamtungen von Lehrern

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Angesichts wachsender Ausgaben für Beamte und deren Pensionen fordern Wirtschaftsweise, Politiker und der Steuerzahlerbund, die Verbeamtung von

Mehr

Top Meldungen

Iran-Krieg verschlechtert Stimmung in deutschen Unternehmen deutlich

Die Stimmung in den deutschen Unternehmen hat sich im März deutlich verschlechtert. Der Ifo-Geschäftsklimaindex sank auf 86,4 Punkte, nach revidiert 88,4 Zählern im Februar,

Mehr
Neue Förderung für Ladeinfrastruktur in Mehrparteienhäusern geplant

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Das Bundesverkehrsministerium hat ein neues Förderprogramm gestartet, welches den Aufbau von Ladeinfrastruktur in und an Mehrparteienhäusern

Mehr
Stimmung in deutscher Wirtschaft merklich verschlechtert

München (dts Nachrichtenagentur) - Die Stimmung unter den Unternehmen in Deutschland hat sich zuletzt merklich verschlechtert. Der Ifo-Geschäftsklimaindex sank im März auf 86,4

Mehr