Motor

Attraktivitätsindex für E-Autos - Deutsche Hersteller liegen vorne

  • Mario Hommen/SP-X - 23. Juli 2024, 10:31 Uhr
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Aus Käufersicht bildet sich die Attraktivität einer Automarke aus einer Vielzahl von Faktoren. In der Gesamtsumme dieser Parameter macht aktuell VW mit seinem E-Auto-Angebot das Rennen Foto: Bearing Point

Für potenzielle Käufer von E-Autos ist der Kaufpreis das eindeutig wichtigste Kaufkriterium. Doch ein neuer Attraktivitätsindex zeigt, dass der Preis allein nicht reicht, um in der Gunst der Käufer ganz vorne zu liegen.

In der Gunst potenzieller Autokäufer aus Deutschland liegen E-Autos deutscher Hersteller deutlich vor denen chinesischer Hersteller. Unter anderem zu diesem Ergebnis kommt der neue von Bearing Point und Handelsblatt Research Institute herausgegebene ,,Attraktivitätsindex Elektromobilität". Laut diesem belegt VW mit 111,5 Punkten den Spitzenplatz, knapp dahinter liegen Audi (111,3) und Mercedes (110,9). Mit größerem Abstand folgen auf Rang 4 Tesla (103,8) sowie Porsche (103,7), Hyundai (102,1) und BMW (101,4). Für die attraktivste chinesische Marke, MG, reicht es mit 91,7 Punkten nur für Platz 10 gefolgt von den ebenfalls chinesischen Anbietern BYD (89,6) und GWM (87,8).

Der Index basiert auf Umfrageergebnissen, in denen die Befragten den Kaufpreis von E-Autos als das mit Abstand wichtigste Kaufkriterium nannten. Zudem fließen Parameter wie Reichweite, Ladegeschwindigkeit, Verfügbarkeit, Qualität der Fahrzeuge, Servicenetz und weitere Aspekte in die Bewertung ein. Obwohl VW lediglich bei wenigen Parametern wie der Servicestellenzahl und den Crashtestergebnissen ganz vorne liegt, ist es dem Wolfsburger Autobauer gelungen, in der Summe aller relevanten Parameter die insgesamt höchste Attraktivität bei potenziellen Käufern zu bieten. Dass, so die Autoren der Studie, spiegele sich auch in den aktuellen Zulassungszahlen vom KBA wider. Das gilt in gleicher Weise für Tesla, die derzeit bei den Zulassungszahlen etwas abgeschlagen sind. Demnach ist der US-Hersteller ,,nicht mehr das Maß der Dinge", unter anderem weil E-Autos deutscher Hersteller bei den technischen Parametern und beim Vertrauen der Verbraucher in die Qualität besser abschneiden.

Die geringste Qualität weisen demnach chinesische Hersteller auf, die zwar mit im Durchschnitt günstigeren Modellen punkten können, was allerdings nicht reicht, um ihren Rückstand bei den anderen Parametern zu kompensieren. Doch, so die Autoren der Studie, sei dies nur eine Momentaufnahme. Sollten sich die Hersteller aus China technologisch verbessern, ihr Servicenetz ausbauen und andere Dienstleistungen wie einen mobilen Service etablieren, könnten sie Boden gut machen. Interessant: Die Skepsis gegenüber chinesischen Marken war bei älteren Kunden ausgeprägter, während sich jüngere Generationen offener gegenüber E-Autos aus China zeigten.

Grundsätzlich, so ein übergreifendes Umfrageergebnis, sei die allgemeine Abneigung gegenüber E-Mobilität in Deutschland weiter groß. Demnach seien fast 75 Prozent der Befragten weder im Besitz eines E-Autos, noch planen diese eine Anschaffung. Das Ziel, 15 Millionen E-Autos bis 2030 auf deutsche Straßen zu bringen, dürfte angesichts dieser Skepsis nur schwer erreichbar sein.

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