Wirtschaft

EU-Freihandelsabkommen mit Vietnam in Kraft getreten

  • AFP - 1. August 2020, 14:53 Uhr
Bild vergrößern: EU-Freihandelsabkommen mit Vietnam in Kraft getreten
Produktion von Weihnachtskarten in Fabrik in Vietnam
Bild: AFP

Das Freihandelsabkommen der EU mit Vietnam ist in Kraft getreten. Zölle auf EU-Exportwaren wie Arzneimittel, Chemikalien oder Maschinen fielen am Samstag weg, wie die EU-Kommission mitteilte. Im Laufe der kommenden zehn Jahre sollen demnach Handelsbeschränkungen für viele weitere Waren folgen. Am Ende sollen 99 Prozent des Austauschs der EU mit dem südostasiatischen Land zollfrei sein.

Das Freihandelsabkommen der EU mit Vietnam ist am Samstag in Kraft getreten. Zölle auf EU-Exportwaren wie Arzneimittel, Chemikalien oder Maschinen fallen ab sofort an weg, wie die EU-Kommission mitteilte. Im Laufe der kommenden zehn Jahre sollen demnach Lockerungen bei den Handelsbeschränkungen für viele weitere Waren folgen. Am Ende sollen 99 Prozent des Austauschs der EU mit dem südostasiatischen Land zollfrei sein.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte, sie erhoffe sich dadurch Arbeitsplätze und "neue aufstrebende Märkte" für europäische Unternehmen. Auch für die Bevölkerung Vietnams biete das Abkommen eine große Chance. "Das Abkommen (...) birgt ein erhebliches wirtschaftliches Potenzial, das zum Aufbau nach der Corona-Krise beitragen wird", erklärte Handelskommissar Phil Hogan.

Vietnam ist ein wichtiges Produktionsland von Elektrogeräten und Textilien für den europäischen Markt. Auch Kaffee, Reis, Meeresfrüchte und Möbel werden häufig nach Europa verkauft. Umgekehrt ist das Land mit seinen 95 Millionen Einwohnern ein interessanter Markt für europäische Firmen. Sie setzen dort vor allem Maschinen, Flug- und Fahrzeuge sowie Arzneimittel ab.

Das Abkommen ist nach Angaben der Kommission das umfassendste Handelsabkommen der EU mit einem Entwicklungsland. Um dem Rechnung zu tragen, gelte für den Zollabbau die zehnjährige Übergangszeit. Die Aufschläge für Rindfleisch und Olivenöl etwa sollen nach drei Jahren wegfallen. Für Zölle auf Milchprodukte, Obst und Gemüse sieht das Abkommen eine Frist von höchstens fünf Jahre vor.

Für den für Europa wichtigen Export von Autos ist der Abbau "regulatorischer Hindernisse" vorgesehen. Vietnam hat zudem zugesagt, 169 traditionelle europäische Lebensmittel und Getränke, darunter Roquefort-Käse, Portwein und Sherry und Parmaschinken vor Nachahmung zu schützen. Beide Seiten hätten sich zu hohen Standards für den Arbeits-, Umwelt- und Verbraucherschutz verpflichtet, erklärte die Kommission.

Der Warenhandel der EU mit Vietnam belief sich 2019 auf 45,5 Milliarden Euro. Damit ist es nach Singapur der zweitgrößte Handelspartner der EU im Verband Südostasiatischer Staaten (Asean). Ein separat zum Handelsabkommen aufgesetzter Vertragsteil zum Investitionsschutz muss zusätzlich noch von den nationalen Parlamenten der EU-Länder ratifiziert werden.

Weitere Meldungen

Disney macht Quartalsverlust von 4,7 Milliarden Dollar

Die Coronavirus-Pandemie hat den Unterhaltungsriesen Disney tief in die roten Zahlen gestürzt. Der Konzern erlitt im abgelaufenen Quartal einen Verlust von 4,7 Milliarden Dollar,

Mehr
Führungswechsel bei US-Autobauer Ford

Führungswechsel beim US-Autobauer Ford: Konzernchef Jim Hackett wird die Unternehmensspitze im Herbst abgeben. Der 65-Jährige wird zum 1. Oktober vom Ford-Manager Jim Farley

Mehr
Rorsted als Vorstandsvorsitzender von Adidas bestätigt

Der Vorstandsvorsitzende des Sportartikelherstellers Adidas, Kasper Rorsted, ist auf seinem Posten bestätigt worden. Der Aufsichtsrat verlängerte den Vertrag Rorsteds um weitere

Mehr

Top Meldungen

Ökonom: Rentner sind Profiteure der Coronakrise

Berlin - Die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise führen nach Auffassung des Ökonomen Bernd Raffelhüschen zu Ungerechtigkeiten im deutschen Rentensystem. "Während die Löhne

Mehr
Luftverkehrswirtschaft rechnet vorerst nicht mit weiteren Pleiten

Berlin - Der neue Präsident des Bundesverbandes der deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL), Peter Gerber, erwartet vorerst keine weiteren Pleiten in der durch die Coronakrise

Mehr
Anti-Geldwäsche-Einheit findet mehr Hinweise gegen Wirecard

Köln - Die Anti-Geldwäsche-Einheit Financial Intelligence Unit (FIU) findet immer mehr Verdachtsmeldungen gegen Wirecard. Die Zahl der entsprechenden Hinweise hat sich laut

Mehr