Wirtschaft

Proteste bei deutschen Airbus-Standorten gegen geplante Job-Streichungen

  • AFP - 8. Juli 2020, 17:40 Uhr
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Protest in Hamburg
Bild: AFP

Arbeitnehmervertreter haben am Mittwoch bundesweit gegen die geplante Streichung von mehr als 5000 Jobs beim Flugzeugbauer Airbus in Deutschland protestiert.

Arbeitnehmervertreter haben am Mittwoch bundesweit gegen die geplante Streichung von mehr als 5000 Jobs beim Flugzeugbauer Airbus in Deutschland protestiert. Auf Kundgebungen, Demonstrationen und Informationsveranstaltungen warnten sie nach Angaben der IG Metall vor den Werkstoren in Bremen, Hamburg, Nordenham, Stade und Varel, dass der geplante Abbau die Zukunft von Airbus und seinen Tochtergesellschaften gefährde. Sie forderten stattdessen, die Jobs zu erhalten.

Am Standort Hamburg, wo nach Betriebsrats-Angaben ungefähr 2300 Stellen wegfallen sollen, wurden bei einer Protestaktion wegen der Corona-Pandemie lediglich die Bilder von Arbeitnehmern auf Stühlen aufgestellt. Betriebsratschefin Sophia Kielhorn sagte, Ziel sei es zunächst, das Unternehmen zu Verhandlungen zu bewegen. "Man muss ja nicht über Kündigungen gehen", sagte sie. "Es gibt viele andere Maßnahmen, die wir machen können. Arbeitszeitverkürzung ist auch ein Mittel."

Daniel Friedrich, Bezirksleiter der IG Metall Küste, forderte eine "Brücke in die Zukunft" anstelle von "Massenentlassungen". "Wir müssen Kurzarbeit so lange wie möglich ausnutzen, andere Instrumente wie Arbeitszeitflexibilisierung einsetzen", sagte er. "Da können wir die Beschäftigten 36 Monate und mehr hier im Unternehmen halten."

Airbus will wegen der Corona-Krise weltweit 15.000 Stellen streichen. In Deutschland sollen 5100 Arbeitsplätze wegfallen. Sollten die Regierungen in Berlin und Paris umfassende Hilfen zusichern, wäre Konzernchef Guillaume Faury aber zum Verzicht auf einen Teil der Stellenkürzungen bereit, wie er dem "Spiegel" sagte. Am französischen Stammsitz von Airbus in Toulouse protestierten am Mittwoch tausend Menschen gegen die geplanten Stellenstreichungen.

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