Wirtschaft

Frankreich unterstützt Autobranche mit acht Milliarden Euro

  • AFP - 26. Mai 2020, 18:37 Uhr
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Milliardenhilfen: Frankreichs Präsident Macron
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Frankreich hat Hilfen von mehr als acht Milliarden Euro für seine angeschlagene Automobilindustrie angekündigt. Präsident Emmanuel Macron sagte am Dienstag, damit sollten die Folgen der Corona-Krise abgemildert werden. Eine Milliarde Euro ist nach Macrons Worten für Kaufprämien für Elektro- und Hybridfahrzeuge vorgesehen, über die auch in Deutschland seit Wochen diskutiert wird.

Frankreich hat Hilfen von mehr als acht Milliarden Euro für seine angeschlagene Automobilindustrie angekündigt. Präsident Emmanuel Macron sagte am Dienstag, damit sollten die Folgen der Corona-Krise abgemildert werden. Eine Milliarde Euro ist nach den Worten des Staatschefs für Kaufprämien für Elektro- und Hybridfahrzeuge vorgesehen, über die auch in Deutschland seit Wochen diskutiert wird. 

Macron sagte, die Industrie sei mit "einer der schwersten Krisen ihrer Geschichte konfrontiert". Gegensteuern will die Regierung nach seinen Angaben auch mit einer erhöhten Abwrackprämie. Mit fünf Milliarden Euro will der Staat zudem den Autobauer Renault unterstützen, der bereits vor der Corona-Krise rote Zahlen geschrieben hatte. 

Im Gegenzug soll die französische Autobranche Arbeitsplätze im Land erhalten und sich stärker für die Elektromobilität engagieren. Frankreich solle "der führende Hersteller von sauberen Autos in Europa" werden, forderte der Präsident nach einem Besuch bei dem Elektromotor-Hersteller Valéo in Etaples in Nordfrankreich. Innerhalb von fünf Jahren soll die Zahl der Elektro- und Hybridautos aus französischer Produktion nach seinen Worten auf jährlich "mehr als eine Million" steigen.

Renault sagte nach Macrons Angaben zudem zu, sich an dem im Januar gestarteten deutsch-französischen Batteriezell-Projekt zu beteiligen. Mit den Akkus für Elektroautos wollen Berlin und Paris Asien und den USA Konkurrenz machen. Die Opel-Mutter PSA ist bereits federführend an dem deutsch-französischen Konsortium beteiligt.

Am Vormittag hatte Macron Vertreter der Autobranche zu einem Gipfel in den Elysée-Palast eingeladen. Die Corona-Krise habe die Automobilbranche "brutal" zum Stillstand gebracht, schrieb der Präsident dazu im Kurzbotschaftendienst Twitter. Tausende Arbeitsplätze stünden in Frankreich auf dem Spiel. 

Auch der Chef des angeschlagenen Renault-Konzerns, Jean-Dominique Sénard, war zu dem Treffen eingeladen. Der Staat hat Renault als 15-prozentiger Anteilseigner eine Kreditbürgschaft in Höhe von fünf Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Am Freitag will der Autokonzern einen Sparplan in Höhe von zwei Milliarden Euro vorstellen.

Renault hatte bereits vor der Coronavirus-Pandemie erstmals seit zehn Jahren rote Zahlen geschrieben. Hintergrund ist der Skandal um den in Japan festgenommenen und später geflohenen früheren Firmenchef Carlos Ghosn und die kriselnde Allianz mit dem japanischen Autobauer Nissan.

Die französische Automobilbranche sichert nach Macrons Angaben rund 400.000 Arbeitsplätze. Zusammen mit Zuliefer- und Servicebetrieben sind es rund 1,3 Millionen Jobs. Rund 250.000 Menschen waren wegen der Corona-Krise auf Kurzarbeit angewiesen. Die Hersteller in Frankreich leiden wie andere in Europa unter den massiv eingebrochenen Neuwagenverkäufen.

In Deutschland war ein Autogipfel Anfang Mai ohne konkrete Ergebnisse zu Ende gegangen. Beschlüsse zu einer heftig umstrittenen Kaufprämie oder anderen Staatshilfen werden frühestens im Juni erwartet. Die Rufe nach einer Förderung von Verbrennern stoßen aber auch in den Reihen der großen Koalition auf Skepsis.

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