Wirtschaft

Umweltbundesamt rechnet mit deutlichen CO2-Einsparungen durch Tempolimit

  • AFP - 28. Februar 2020, 16:12 Uhr
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Dichter Autobahnverkehr
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Neuer Stoff für die Debatte um ein Tempolimit in Deutschland: Nach jüngsten Berechnungen des Umweltbundesamts könnte eine generelle Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen die Treibhausgasemissionen deutlich senken.

Neuer Stoff für die Debatte um ein Tempolimit in Deutschland: Nach jüngsten Berechnungen des Umweltbundesamtes (UBA) könnte eine generelle Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen die Treibhausgasemissionen deutlich senken. Bei einer Begrenzung auf 120 Stundenkilometer lägen die Einsparungen bei 2,6 Millionen Tonnen CO2, erklärte Behördenchef Dirk Messner am Freitag. Das wären 6,6 Prozent der Emissionen von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen auf Autobahnen.

"Ein generelles Tempolimit auf Autobahnen ist ein sinnvoller Klimaschutzbeitrag. Denn gerade der Verkehrssektor hat seit 1990 wenig zum Klimaschutz beigetragen", erklärte der UBA-Chef. Hier müsse jede Möglichkeit genutzt werden, insbesondere, wenn diese "nahezu kostenlos und sofort umsetzbar" sei. Ein Tempolimit auf Autobahnen helfe zudem nicht nur dem Klima, sondern senke auch die Lärm- und Schadstoffemissionen und erhöhe die Verkehrssicherheit.

Ein Tempolimit von 130 Stundenkilometern erbrächte den Berechnungen zufolge Einsparungen von 1,9 Millionen Tonnen. Durch ein Tempolimit von 100 Stundenkilometern ließen sich sogar 5,4 Millionen Tonnen CO2 sparen.

2018 verursachten Pkw und leichte Nutzfahrzeuge laut UBA auf Autobahnen in Deutschland Treibhausgasemissionen in Höhe von rund 39,1 Millionen Tonnen CO2, der gesamte Verkehrssektor 163 Millionen Tonnen. 

Die Berechnungen des Umweltbundesamts basieren nach eigenen Angaben auf aktuellen Verbrauchsdaten von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen. Zudem seien Daten der Bundesanstalt für Straßenwesen zu Geschwindigkeiten auf Autobahnen herangezogen worden.

Eine Sprecherin des Bundesverkehrsministeriums in Berlin verwies darauf, dass Bundestag und Bundesrat ein generelles Tempolimit bereits abgelehnt hätten. Es reiche nicht, einfach nur Schilder aufzustellen. Vielmehr sollten neue Technologien in den Verkehrsfluss integriert werden. Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) lehnt ein generelles Tempolimit vehement ab.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) fühlt sich durch die neuen Zahlen in ihrer Forderung nach Einführung von Tempo 130 dagegen bestätigt. "Ein solches Tempolimit ist vernünftig, auch für den Klimaschutz", sagte Schulze dem "Spiegel". "Es ist in der Gesellschaft mehrheitsfähig."

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter forderte, die Union müsse sich endlich von ihrer Raserideologie trennen. Sie dürfe eine sinnvolle Geschwindigkeitsbegrenzung nicht länger blockieren.

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