Beim Kurznachrichtendienst Twitter wurden Telefonnummern und E-Mail-Adressen für die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) missbräuchlich dazu verwendet, Werbung zu personalisieren. Doch das ist laut Experten kein Einzelfall.
"Es ist nicht nur bei Twitter eine verbreitete Unsitte, dass Nutzer unentwegt aufgefordert werden, ihre Handynummer anzugeben", kritisiert die Piratenpartei. Schon bei einem ähnlichen Fall in Zusammenhang mit Facebook hatte sie "datensparsamere Alternativen zur anonymen Nutzung von Online-Diensten" gefordert.
Oft sei die Bekanntgabe der Handynummer bei neuen Verträgen Voraussetzung dafür, diese überhaupt aktivieren zu können. Dass hier das Vertrauen der Nutzer, die sich eigentlich mehr Sicherheit für ihre Accountdaten versprachen, quasi ins Gegenteil verkehrt wurde, müsse Konsequenzen haben.
Weil viele Nutzer längst meist das Smartphone verwenden, um auf Social-Media-Dienste zuzugreifen, ist laut der Piraten der Sicherheitsgewinn einer SMS-Authentifizierung, die über das selbe Gerät empfangen wird, eher fragwürdig. Eine sicherere und datenschutzfreundlichere Lösung seien separate U2F-Security-Tokens, die über USB oder NFC mit dem Endgerät kommunizieren.
Ähnliche sieht es bei der neuen EU-Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 aus, die Banktransaktionen besser absichern soll. Viele Banken setzen hier laut der Experten vor allem auf das mTAN-Verfahren, bei dem die Kunden TANs per SMS erhalten. Realitätsfern sei dabei, dass Online-Banking und der Empfang SMS-TAN auf dem gleichen Gerät aus Sicherheitsgründen nicht gestattet sind, der Hinweis dazu aber meist tief in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen versteckt ist.
Die Konsequenz: Smartphone-Nutzer, die nur ein einzelnes Gerät für das Online-Banking benutzen, verstoßen regelmäßig gegen die Bedingungen der Banken und müssen im Missbrauchsfall damit rechnen, auf ihrem Schaden sitzen zu bleiben.
Technologie
Mehr Sicherheit durch Security-Token
- Rudolf Huber/cid - 14. Oktober 2019, 11:46 Uhr
Beim Kurznachrichtendienst Twitter wurden Telefonnummern und E-Mail-Adressen für die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) missbräuchlich dazu verwendet, Werbung zu personalisieren. Doch das ist laut Experten kein Einzelfall.
Weitere Meldungen
Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Nach der Phishing-Attacke auf Mitglieder der Bundesregierung ist ein möglicher Datenabfluss angeblich gestoppt. Das erfuhr die dts
MehrBerlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Signal-Abhöraffäre löst in Deutschland weitreichende Sicherheitssorgen aus. "Die Spionage-Attacke muss ein Weckruf für alle
MehrBerlin (dts Nachrichtenagentur) - Nach dem Angriff mutmaßlich russischer Hacker auf die Kommunikation hochrangiger Politiker fordert Bundestagsvizepräsidentin Andrea Lindholz
MehrTop Meldungen
Nürnberg (dts Nachrichtenagentur) - Die Verbraucherstimmung in Deutschland gibt infolge des Iran-Kriegs abermals nach. Die Erwartungen der Verbraucher sänken aktuell noch
MehrMünchen (dts Nachrichtenagentur) - Die Stimmung in der deutschen Exportwirtschaft hat sich etwas verbessert. Die Ifo-Exporterwartungen stiegen im April auf +0,1 Punkte, nach -0,7
MehrBerlin (dts Nachrichtenagentur) - Die geplante Senkung der Luftverkehrssteuer zum 1. Juli wird laut der Vorsitzenden des Tourismusausschusses des Bundestages, Anja Karliczek
Mehr














