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Inhaftierter PKK-Gründer Öcalan erhält Besuch von Anwälten

  • AFP - 22. Mai 2019, 14:58 Uhr
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Anwälte dürfen Öcalan im Gefängnis besuchen
Bild: AFP

Der inhaftierte PKK-Gründer Abdullah Öcalan hat erstmals seit Aufhebung eines Besuchsverbots vergangene Woche Besuch von seinen Anwälten erhalten. Tausende Häftlinge sind aus Protest gegen seine Isolation derzeit im Hungerstreik.

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Der inhaftierte PKK-Gründer Abdullah Öcalan hat erstmals seit Aufhebung eines Besuchsverbots Besuch von seinen Anwälten erhalten. Nevroz Uysal und Rezan Sarica seien auf dem Weg auf die Gefängnisinsel Imrali, sagte ein weiterer Anwalt Öcalans am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Es ist der erste solche Besuch, seitdem Innenminister Süleyman Söylu vergangene Woche die Aufhebung eines seit 2011 bestehenden Besuchsverbots verkündet hatte.

Der Mitbegründer der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) sitzt seit seiner Festnahme 1999 auf einer Insel im Marmara-Meer in Haft. Seit 2011 konnte er keinen Besuch seiner Anwälte mehr erhalten. Aus Protest gegen die Isolation des PKK-Gründers trat Anfang November die Abgeordnete Leyla Güven der prokurdischen Demokratischen Partei der Völker (HDP) in den Hungerstreik. Mehrere tausend kurdische Häftlinge schlossen sich ihr an.

Als Zugeständnis an die Hungerstreikenden erlaubte die Regierung Öcalans Bruder Mitte Januar erstmals seit 2016 einen Besuch im Gefängnis. Am 2. Mai durften auch erstmals wieder zwei Anwälte zu ihm nach Imrali. In einer über seine Anwälte übermittelten Botschaft rief Öcalan anschließend die hungerstreikenden Häftlinge auf, nicht ihr Leben aufs Spiel zu setzen. Zudem appellierte er an die Kurden in Syrien, die Bedenken der Türkei "zu berücksichtigen".

Die PKK hatte 1984 im Südosten der Türkei den bewaffneten Kampf für einen unabhängigen Kurdenstaat aufgenommen. Seitdem wurden in dem Konflikt mehr als 40.000 Menschen getötet. Die Türkei und ihre westlichen Verbündeten betrachten die PKK als Terrororganisation. Seit dem Zusammenbruch von Friedensverhandlungen im Sommer 2015 ist der Konflikt wieder voll entflammt. Die Aufhebung des Besuchsverbots nährte zuletzt die Hoffnung auf neue Gespräche.

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