Brennpunkte

Dänische Regierung verteidigt umstrittenen "Getto-Plan"

  • 21. März 2018, 21:29 Uhr
Bild vergrößern: Dänische Regierung verteidigt umstrittenen Getto-Plan
Kleine Meerjungfrau in Kopenhagen
dts

.

Anzeige

Kopenhagen - Der dänische Ministerpräsident hat den sogenannten Getto-Plan verteidigt, mit dem seine Regierung gegen Parallelwelten in Dänemark vorgehen will. Es gebe "noch immer zu viele, die unsere Werte nicht teilen und nicht teilhaben an unserer Gesellschaft", sagte Lars Lokke Rasmussen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Donnerstagsausgabe).

"Das ist eine Gefahr, vor allem, wenn diese Menschen sich in bestimmten Stadtteilen oder Gemeinden konzentrieren." Rasmussen hatte auch international Aufsehen erregt, als er Anfang März den "Getto-Plan" vorgestellt hatte. Als Gettos listet die Regierung Problemviertel auf, die mehrere bestimmte Faktoren erfüllen: hohe Arbeitslosigkeit, hohe Kriminalitätsrate, oder ein hoher Anteil von Bewohnern mit "nicht westlichem Hintergrund". Der Plan sieht 22 Punkte vor.

So sollen in einigen Gegenden Straftaten künftig weit härter bestraft werden können, als in anderen. Kinder, die in den Problemvierteln aufwachsen, sollen verpflichtend mindestens ein Jahr lang die Tagesbetreuung besuchen. Auch der Abriss von ganzen Gebäuden ist geplant. Rasmussen äußerte, sein Land habe sich innerhalb einer Generation gewandelt.

Der Anteil von Bürgern aus nichtwestlichen Herkunftsländern in Dänemark sei von einem Prozent im Jahr 1980 auf 8,5 Prozent angestiegen. "Nun müssen wir realisieren, dass Menschen hier in zweiter oder dritter Generation leben und nicht integriert sind." Rasmussen gestand ein, dass der Plan in gewisser Weise auch diskriminierende Elemente habe. "Wenn ich von Diskriminierung rede, geht es mir darum, dass Eltern in Problemvierteln künftig dazu gezwungen werden, ihre Kinder in den Kindergarten zu geben. Ich würde nie fordern, dass alle Dänen das tun müssen", sagte er. Aber es gebe "nun mal diese Viertel, in denen die Leute kein dänisch sprechen, eine große Mehrheit der Frauen arbeitslos sind, und wo uns die Statistik zeigt, dass Kinder aus diesen Vierteln zu Beginn ihrer Schulzeit die Sprachfähigkeiten fehlen, um gute Leistungen zu bringen".

ANZEIGE

Die News Dänische Regierung verteidigt umstrittenen "Getto-Plan" wurde von dts am 21.03.2018 in der Kategorie Brennpunkte mit den Stichwörtern Politik, Dänemark, Asyl abgelegt.

Bitte beachten Sie vor Ihrer Eingabe unbedingt unseren Datenschutzhinweis.

Weitere Meldungen

USA heben Einschränkungen für Export von Drohnen auf

Die USA haben am Donnerstag Einschränkungen für den Verkauf von Drohnen aufgehoben, um verbündete Streitkräfte zu stärken und auf dem Waffenmarkt mit China konkurrieren zu können.

Mehr
Assad gibt Ehrenlegion-Orden an Frankreich zurück

Der syrische Präsident Baschar al-Assad hat einen hohen Orden an Frankreich zurückgegeben und ist damit der offiziellen Aberkennung zuvorgekommen. Ein Vertreter des syrischen

Mehr
Hauptverdächtiger des Anschlags im Jüdischen Museum in Brüssel muss vor Gericht

Der Hauptverdächtige des Anschlags auf das Jüdische Museum in Brüssel im Jahr 2014, bei dem vier Menschen getötet wurden, kommt vor Gericht. Die Richter hätten entschieden, dass

Mehr

Top Meldungen

Verkehrsministerium: Kauf von Diesel-Autos geht deutlich zurück

Berlin - Unter dem Eindruck des Diesel-Skandals und drohender Fahrverbote für Fahrzeuge mit hohem Schadstoffausstoß geht der Kauf von Diesel-Autos nach Angaben aus dem

Mehr
Ältere können mit digitalen Sprachassistenten noch nichts anfangen

Viele ältere Menschen können mit digitalen Sprachassistenten wie Alexa und Siri nichts anfangen. In einer am Donnerstag von der Deutschen Seniorenliga und der Verbraucherzentrale

Mehr
Volkswagen-Betriebsratschef will straffere Führung des Konzerns

Wolfsburg - Volkswagen-Betriebsratschef Bernd Osterloh erwartet vom neuen Chef Herbert Diess eine straffere Führung des Konzerns. Er wolle keine komplette Rückkehr zur alten

Mehr