Politik

Gewaltsame Zusammenstöße bei Protesten vor Regierungssitz in Albanien

  • AFP - 16. Februar 2019, 20:53 Uhr
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Demonstranten durchbrechen die Türen des Regierungssitzes
Bild: AFP

Tausende Menschen haben in der albanischen Hauptstadt Tirana gegen den sozialistischen Ministerpräsidenten Edi Rama protestiert. Dabei kam es zu gewaltsamen Zusammenstößen mit der Polizei. Etwa 15 Menschen wurden verletzt.

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Tausende Menschen haben am Samstag in der albanischen Hauptstadt Tirana teils gewaltsam gegen den sozialistischen Ministerpräsidenten Edi Rama protestiert. Die Polizei ging mit Wasserwerfern und Tränengas gegen Demonstranten vor, als diese die Absperrungen vor dem Regierungssitz durchbrachen, wie AFP-Reporter berichteten. Eine Gruppe drang bis zu dem Gebäude vor, in dem sich Rama allerdings nicht aufhielt.

Rund hundert Demonstranten bewarfen den Regierungssitz mit Rauchbomben und Steinen, mehrere Fensterscheiben gingen dabei zu Bruch. Mehrere Demonstranten versuchten, das Gebäude zu stürmen, wurden aber von der Polizei daran gehindert. Die Auseinandersetzungen zogen sich über mehrere Stunden hin. 

Fünf Polizisten und etwa zehn Demonstranten und Journalisten mussten wegen Verletzungen im Krankenhaus behandelt werden. Die meisten von ihnen klagten über Atemprobleme, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Zunächst hatte das Ministerium zwei schwer verletzte Polizisten gemeldet.

Zu der Kundgebung aufgerufen hatten rechte und linke Oppositionsparteien. Sie werfen Ramas Regierung Korruption und Verbindungen zum organisierten Verbrechen vor und verlangen die Bildung einer Experten-Regierung, die dann Neuwahlen organisieren soll. 

"Die Lage ist außer Kontrolle", sagte Oppositionsführer Lulzim Basha von der Demokratischen Partei, der an der Kundgebung teilnahm. Er warf der Polizei vor, sie habe Gewalt provozieren wollen.

Rama ist seit 2013 im Amt, im Juni 2017 errang er ein zweites Mandat. Beide Lager werfen sich abwechselnd Korruption und Verbindungen zum organisierten Verbrechen vor. Das 2,9-Millionen-Einwohner-Land zählt zu den ärmsten in Europa.

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