Brennpunkte

Zwei Tage nach Nürnberger Messerattacken machen Ermittler Tatverdächtigen dingfest

  • 16. Dezember 2018, 14:50 Uhr
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Polizeiauto im Nürnberger Stadtteil St. Johannis
Bild: AFP

Nach den Messerattacken auf drei Frauen in Nürnberg haben die Ermittler den Tatverdächtigen dingfest gemacht. Wegen der Angriffe sitzt ein 38-Jähriger in Untersuchungshaft. Er war in der Vergangenheit wegen verschiedenster Delikte verurteilt worden.

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Zwei Tage nach den Messerattacken auf drei Frauen in Nürnberg haben die Ermittler den Tatverdächtigen dingfest gemacht. Wegen der Angriffe sitzt ein 38-Jähriger seit Samstag in Untersuchungshaft, wie die Ermittler am Wochenende mitteilten. Über die Motive des Mannes, der über keinen festen Wohnsitz verfügt, wurde zunächst nichts bekannt. Er war in der Vergangenheit wegen verschiedenster Delikte verurteilt worden. 

Der festgenommene Tatverdächtige hatte unter anderem eine Strafe wegen Vergewaltigung erhalten, wie Oberstaatsanwältin Antje Gabriels-Gorsolke am Sonntag in Nürnberg sagte. Sie sprach von insgesamt 18 Urteilen auch wegen Brandstiftung, Beleidigung, Diebstahl oder Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz. Gabriels-Gorsolke sprach von einem "Spaziergang quer durch das Strafgesetzbuch". Der Mann verfügt nach Angaben der Polizei derzeit über keinen festen Wohnsitz, hatte aber in der Vergangenheit eine Meldeadresse in Berlin.

Der Mann wurde den Angaben der Ermittler zufolge unter anderem durch DNA der Opfer an der Tatwaffe überführt. Zu seinen Motiven machten die Ermittler keine Angaben. Der Mann äußerte sich den Angaben zufolge nicht zu der Tat. Die Ermittler waren von Anfang an nicht von einem terroristischen Hintergrund ausgegangen. Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth wertet alle drei Taten als versuchten Mord und will einen entsprechenden Haftbefehl beantragen. 

Die Sicherheitsbehörden zeigten sich erleichtert von dem Fahndungserfolg. "Wir können klar Entwarnung geben", sagte der mittelfränkische Polizeipräsident Roman Fertiger. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) verwies darauf, dass viele Anwohner im betroffenen Nürnberger Stadtteils St. Johannis nach der Tat Angst geherrscht habe, es könnten weitere Taten geschehen. Es wäre "nicht auszudenken gewesen", wenn diese Angst über die Weihnachtsfeiertage fortbestanden hätte. 

Der Täter hatte am Donnerstag nach Angaben der Polizei zunächst gegen 19.20 Uhr einer 56-jährigen Frau unvermittelt in den Oberkörper gestochen. Die Frau musste notoperiert werden. Gegen 22.45 Uhr stach er dann ebenfalls ohne jegliche Vorwarnung auf eine 26-Jährige ein, die sich auf dem Heimweg befand. Kurz darauf wurde eine 34-Jährige angegriffen.

Die 26-Jährige und die 34-Jährige erlitten lebensgefährliche Verletzungen, konnten aber ebenfalls durch Notoperationen gerettet werden. Die drei Frauen konnten inzwischen nach Angaben der Polizei befragt werden. 

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