Politik

Tausende Menschen demonstrieren in Wien gegen rechtsgerichtete Regierung

  • 16. Dezember 2018, 12:26 Uhr
Bild vergrößern: Tausende Menschen demonstrieren in Wien gegen rechtsgerichtete Regierung
Demonstranten vor der Hofburg in Wien
Bild: AFP

Rund ein Jahr nach dem Amtsantritt der rechtsgerichteten Regierung in Österreich sind am Samstag in Wien tausende Menschen gegen die Koalition aus ÖVP und FPÖ auf die Straße gegangen. Die Polizei sprach von 17.000 Demonstranten, die Organisatoren von 50.000.

Anzeige

Rund ein Jahr nach dem Amtsantritt der rechtsgerichteten Regierung in Österreich sind am Samstag in Wien tausende Menschen gegen die Koalition aus ÖVP und FPÖ auf die Straße gegangen. Nach Angaben der Polizei folgten 17.000 Menschen dem Aufruf linker Organisationen zu einem Protestmarsch gegen "Rechtsruck, Rassismus und Sozialabbau". Die Organisatoren sprachen dagegen von 50.000 Teilnehmern.

Die Demonstranten trotzten eisigen Temperaturen und marschierten friedlich durch das Wiener Stadtzentrum bis zum Heldenplatz an der Hofburg. Auf ihren Bannern forderten sie unter anderem "Faschos raus aus der Regierung" sowie "Mehr Liebe, Mut, Miteinander". 

Auf anderen Plakaten stand: "Eure Politik stinkt mehr als alte Socken". Viele hielten Verbotszeichen mit durchkreuzten Porträts von Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP), Vizekanzler Christian Strache (FPÖ) und Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) in die Höhe. Auch entsprechende Aufkleber wurden verteilt.

Unter der Führung von Kurz war die Regierung aus dessen konservativen Volkspartei (ÖVP) und der rechtspopulistischen Freiheitlichen Partei (FPÖ) am 18. Dezember 2017 angetreten. Die Koalition verschärfte seither unter anderem die Einwanderungsgesetze und erhöhte die erlaubte Höchstarbeitszeit auf zwölf Stunden am Tag und 60 Stunden in der Woche.

Ende November stellte die Regierung eine Sozialhilfe-Reform vor, wonach Sozialleistungen für Einwanderer an Sprachkenntnisse geknüpft werden sollen. Das Vorhaben erntete Kritik von Aktivisten und kirchlichen Gruppen.

Angesichts eines erwarteten Wirtschaftswachstums von drei Prozent in diesem Jahr und einer der niedrigsten Arbeitslosenquoten in der Eurozone hat die Regierungskoalition dennoch weiter großen Rückhalt in der Bevölkerung. Die ÖVP kommt in Umfragen inzwischen auf 35 Prozent, nachdem sie bei den Wahlen im vergangenen Jahr 31,5 Prozent erzielt hatte. Die FPÖ rutschte dagegen leicht von 26 auf 24 Prozent ab. 

Die News Tausende Menschen demonstrieren in Wien gegen rechtsgerichtete Regierung wurde von AFP am 16.12.2018 in der Kategorie Politik mit den Stichwörtern Österreich, Demonstrationen, Proteste, Regierung, Parteien abgelegt.

Weitere Meldungen

SPD-Vize Stegner will Tempo 130 auf Autobahnen "unvoreingenommen prüfen"

SPD-Vize Ralf Stegner hat sich dafür ausgesprochen, die Einführung von Tempo 130 auf deutschen Autobahnen "unvoreingenommen zu prüfen". Wenn ein Tempolimit einen nachweisbaren

Mehr
Israel und Tschad nehmen nach Jahrzehnten diplomatische Beziehungen wieder auf

Nach mehr als vier Jahrzehnten nehmen Israel und der Tschad wieder diplomatische Beziehungen auf. Das verkündete das Büro des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu

Mehr
Mehrere Verletzte bei Protesten gegen Umbenennung Mazedoniens in Athen

Zehntausende Griechen haben am Sonntag in Athen gegen einen Kompromiss zur Umbenennung des Nachbarlandes Mazedonien protestiert. Bei der Kundgebung kam es zu Ausschreitungen, zehn

Mehr

Top Meldungen

DIHK warnt EU vor zu viel Kompromissbereitschaft beim Brexit

Berlin - Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat an die EU-Kommission appelliert, sich im Brexit-Streit auf keine weiteren Kompromisse mit den Briten einzulassen.

Mehr
Armutsforscher Butterwegge gegen Kindergrundsicherung

Köln - Der Armutsforscher Christoph Butterwegge lehnt eine "Kindergrundsicherung", wie sie von SPD, Grünen und Linkspartei gefordert wird, als "Familien- und Sozialpolitik nach

Mehr
Länder dämpfen Erwartungen an Tarifverhandlungen

Berlin - Vor den am Montag beginnenden Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder dämpft der Verhandlungsführer der Arbeitgeber die Erwartungen. "Den

Mehr