Wirtschaft

Wellness statt Abnehmen: WeightWatchers ändert Namen und Geschäftsmodell

  • 24. September 2018, 13:00 Uhr
Bild vergrößern: Wellness statt Abnehmen: WeightWatchers ändert Namen und Geschäftsmodell
Training auf dem Laufband in einem Fitnessstudio
Bild: AFP

Kaum eine andere Firma steht so sehr für den Kampf gegen überschüssige Kilos wie WeightWatchers. Am Montag verkündete die US-Firma jedoch eine Abkehr vom puren Fokus aufs Abnehmen - stattdessen soll das Unternehmen zum Wellness-Anbieter werden.

Anzeige

Kaum eine andere Firma steht so sehr für den Kampf gegen überschüssige Pfunde wie WeightWatchers. Am Montag verkündete die US-Firma jedoch eine Abkehr vom puren Fokus aufs Abnehmen - stattdessen soll das Unternehmen zum Wellness-Anbieter werden, wie Chefin Mindy Grossman mitteilte. Während das Angebot größer wird, wird der Name kürzer: WeightWatchers heißt künftig nur noch WW.

"Wir haben uns immer dazu verpflichtet gefühlt, das beste Programm zum Gewichtsmanagement anzubieten", erklärte Grossman. Nun wolle der Konzern sein Angebot breiter aufstellen: "Ob Gewichtsreduzierung, gesunde Ernährung, mehr Bewegung, eine positive Einstellung oder gar alles zusammen". Die US-Talkshow-Legende Oprah Winfrey, seit 2015 Anteilseignerin der Abnehm-Firma, ergänzte: "Die Rolle, die WW im Leben von Menschen spielen kann, geht über eine Anzeige auf einer Waage hinaus".

Mehr als 50 Jahre verdiente WeightWatchers mit Abnehmplänen, Gruppentreffen und dem Verkauf von Lebensmitteln Milliarden. Abnehmende Kundenzahlen, Umsätze und Gewinne machten 2015 aber einen Neubeginn nötig, der mit einem neuen Management gelang. Die Zahl der Kunden weltweit stieg zwischen Juli 2017 und Juni 2018 um gut ein Viertel auf 4,5 Millionen. Allein in Deutschland hat WeightWatchers mehr als eine halbe Million Kunden.

Der Aufschwung kam vor allem aus dem Internet. Der größte Teil der Kunden geht heute nicht mehr zu den wöchentlichen Treffen, sondern nutzt WeightWatchers ausschließlich online. Diesen Trend Richtung Netz will WW weiter vorantreiben. Dort hat das Unternehmen aber eine starke Konkurrenz durch andere Abnehm- und Fitnessangebote.

Deutschlandchef Christian Kleine sagte der Nachrichtenagentur AFP: "Mit der Erweiterung unseres Angebotes gehen wir stärker auf die individuellen Bedürfnisse eines jeden Teilnehmers ein". WW könne dabei mit wissenschaftlichen Erkenntnissen und neuen technischen Funktionen punkten.

WW will unter anderem ab dem ersten Quartal 2019 ein Bonusprogramm anbieten, das Kunden für das Aufzeichnen von Gewicht, Essen oder die Teilnahme an Workshops belohnt. Kunden können die Punkte gegen Produkte und Wellness-Angebote von WW eintauschen.

Außerdem stattet das Unternehmen seine Smartphone-App mit neuen Funktionen aus. So sollen sich künftig Gleichgesinnte leichter über die App verbinden können, je nach gemeinsamen Essgewohnheiten oder Hobbies etwa. Desweiteren kooperiert WW künftig mit Headspace, einem Anbieter für Meditation. 

WW startet zudem ab sofort Anwendungen für die Sprachassistenten von Google und Amazon. Durch Sprachbefehle können die Nutzer Informationen zu einzelnen Mahlzeiten, Rezepten und ihrem persönlichen Fortschritt abrufen und aktualisieren. Schließlich sollen ab Januar 2019 alle weltweit von WW angebotenen Produkte frei von künstlichen Süßstoffen, Geschmacksverstärkern, Farbzusätzen oder Konservierungsstoffen sein.

Den Körperkult in sozialen Medien wie Instagram, den WeightWatchers lange selbst durch Vorher-Nachher-Bilder seiner Kunden befeuerte, will das Unternehmen nicht mehr mitmachen. "Da wir uns nicht mehr ausschließlich auf Gewichtsmanagement reduzieren, gewinnen andere Aspekte für unsere Teilnehmer an Bedeutung", erklärte Deutschlandchef Kleine.

Beibehalten will WW hingegen die wöchentlichen Treffen, die künftig "Wellness Workshops" heißen. Eine Preiserhöhung steht laut WW nicht im Raum. Alle bestehenden Preise seien weiterhin gültig.

ANZEIGE

Die News Wellness statt Abnehmen: WeightWatchers ändert Namen und Geschäftsmodell wurde von AFP am 24.09.2018 in der Kategorie Wirtschaft mit den Stichwörtern D, USA, Unternehmen, Gesundheit, Gesellschaft abgelegt.

Weitere Meldungen

Audi zahlt in Dieselaffäre 800 Millionen Euro Bußgeld

Die Rechnung für Volkswagen wegen der Dieselaffäre wird höher: Nach dem Bußgeld von VW in Höhe von einer Milliarde Euro im Juni zahlt die Konzerntochter Audi nun weitere 800

Mehr
Weniger Hering, dafür mehr Dorsch - EU legt Fanquoten für Ostsee fest

Deutschlands Fischer dürfen im kommenden Jahr in der Ostsee deutlich weniger Hering fangen, dafür aber mehr Dorsch. Darauf einigten sich die EU-Fischereiminister bei der

Mehr
Neue Ostee-Fangquote erlaubt Fang von deutlich mehr Dorschen

Deutlich mehr Dorsche, aber nur etwa halb so viele Heringe wie zuvor dürfen im kommenden Jahr in der westlichen Ostsee gefischt werden. Das vereinbarten die EU-Fischereiminister

Mehr

Top Meldungen

Studie: Mehrheit sieht Vorteile in alternativen Mobilitätskonzepten

Berlin - Eine Mehrheit der Deutschen sieht zahlreiche Vorteile in alternativen Mobilitätskonzepten. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Branchenverbandes Bitkom unter 1.238

Mehr
Cevian will bei Thyssenkrupp-Aufspaltung mitmischen

Essen - Auch nach der Entscheidung zur Aufspaltung von Thyssenkrupp will Großaktionär Cevian Capital seinen Druck auf das Management hoch halten. "Wir sitzen nicht in

Mehr
Konjunkturerwartungen von Finanzmarktexperten fallen

Der Handelskonflikt zwischen den USA und China, die Gefahr eines harten Brexit und eine "als instabil wahrgenommene Regierungskoalition" in Berlin haben die Konjunkturerwartungen

Mehr