Wirtschaft

Putin will Nord Stream 2 finanzieren

  • dts - 22. September 2018, 00:01 Uhr
Bild vergrößern: Putin will Nord Stream 2 finanzieren
Castoro 10 beim Bau von Nord Stream 2
dts

.

Anzeige

Moskau - Russlands Präsident Wladimir Putin will das Pipelineprojekt Nord Stream 2 komplett mit russischen Mitteln finanzieren, sollte das Betreiberkonsortium durch neue Sanktionen bedroht werden. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" (Wochenendausgabe) informierte Putin die Bundesregierung bei seinem Besuch in Meseberg am 18. August über entsprechende Pläne.

Damit machte der Präsident klar, dass er die Gasleitung auch gegen amerikanischen Widerstand durchsetzen will. Momentan wird Nord Stream 2 durch ein internationales Betreiberkonsortium finanziert, das zu 50 Prozent vom russischen Erdgasförderer Gazprom betrieben wird. Anteile halten unter anderem die BASF-Tochter Wintershall, die Eon-Abspaltung Uniper und Shell. Nach Brancheninformationen strebt das Konsortium eine neue Finanzierungsstruktur bis 2019 an.

Hintergrund der russischen Finanzierungofferte sind wiederholte Drohungen des US-Kongresses und der US-Regierung, auch das russische Energiegeschäft wegen der Wahlmanipulation 2016 mit Sanktionen zu belegen. Auch das am Donnerstagabend veröffentliche Sanktions-Dekret nimmt Bezug auf den Energiesektor, allerdings ohne konkrete Maßnahmen auszulösen. Die Bundesregierung ist an Nord Stream 2 nicht beteiligt, hat aber ein politisches Interesse an Gaslieferungen aus Russland. Freilich könnte die Übernahme des Betreiberkonsortiums durch russische Finanziers neue Probleme auslösen, weil die EU-Kommission aus Wettbewerbsgründen Gaslieferung und Transportgeschäft aus einer Hand verbietet.


Die News Putin will Nord Stream 2 finanzieren wurde von dts am 22.09.2018 in der Kategorie Wirtschaft mit den Stichwörtern Wirtschaft, Deutschland, Russland, Energie abgelegt.

Weitere Meldungen

Zahl der offenen Jobs erreicht mit knapp 1,5 Millionen neuen Rekordstand

Die Zahl der offenen Jobs in Deutschland ist auf einen neuen Rekord gestiegen: Im vierten Quartal 2018 gab es bundesweit rund 1,46 Millionen offene Stellen, wie das Institut für

Mehr
Mieterbund wirft Bundesregierung Versagen vor

Berlin - Angesichts des Frühjahresgutachtens der "Immobilienweisen", wonach Mieten und Immobilienpreise auf ein Rekordniveau geklettert sind, hat der Deutsche Mieterbund (DMB)

Mehr
Bundesländer profitieren massiv vom Immobilienboom

Berlin - Die Bundesländer profitieren massiv vom Immobilienboom in Deutschland. Die Einnahmen aus der Grunderwerbsteuer haben sich zwischen 2010 und 2018 fast verdreifacht,

Mehr

Top Meldungen

Arbeitgeber der Luftsicherheit haben kein Verständnis für neue Tarifgespräche

Im Tarifstreit um mehr Geld für das Sicherheitspersonal an deutschen Flughäfen bahnt sich neuer Streit mit den Arbeitgebern an: Der Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen

Mehr
Zahl der offenen Stellen auf neuen Rekordstand gestiegen

Nürnberg - Im vierten Quartal 2018 hat es rund 1,46 Millionen offene Stellen auf dem deutschen Arbeitsmarkt gegeben: Damit wurde ein neuer Rekordstand erreicht, teilte das

Mehr
Bericht: Audi will Nachtschicht im Stammwerk Ingolstadt streichen

Ingolstadt - Audi-Chef Bram Schot will offenbar einen Teil der Nachtschichten im Stammwerk Ingolstadt streichen. Entsprechende Pläne bestätigte Betriebsratschef Peter Mosch dem

Mehr