Finanzen

Schäuble fürchtet weitere Risiken für Finanzstabilität

  • 14. September 2018, 07:28 Uhr
Bild vergrößern: Schäuble fürchtet weitere Risiken für Finanzstabilität
Wolfgang Schäuble
dts

.

Anzeige

Berlin - Zehn Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise sieht Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) keinen Grund für eine Entwarnung und Lockerung der Regulierung. "Wir werden eben nie einen Zustand erleben, in dem wir sagen können: Alles ist gut", sagte der frühere Finanzminister dem "Handelsblatt".

Er sehe nicht, dass die Regulierung in Deutschland und Europa zu weit gegangen sei. Schäuble verwies auf Prognosen der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich. Die mahne, dass "die enorm hohe Liquidität allerorten die Gefahr neuer Blasen mit sich bringt", so Schäuble. Hinzu kämen neue Technologien wie Blockchain und Kryptowährungen wie Bitcoin.

"Da müssen sich die Notenbanken fragen, ob sie überhaupt noch die nötigen Instrumentarien zur Aufsicht und Kontrolle haben", sagte der CDU-Politiker. Der frühere Finanzminister kritisierte auch die Manager. "Mein Respekt gegenüber Verantwortlichen aus der Bankenwelt war schon nicht sonderlich ausgeprägt, als ich Finanzminister wurde. Und dieser Respekt nahm dann noch weiter ab", sagte Schäuble dem "Handelsblatt".

Er glaube aber auch heute noch nicht, dass staatliche Bürokratie Probleme besser lösen könne. "Alles der Regulierung anzuvertrauen geht sicher schief." Der Bundestagspräsident sieht Pläne skeptisch, das europäische Finanzsystem unabhängiger von den USA zu machen. "Mehr Distanz zu Amerika hat bislang jedenfalls nicht dazu geführt, dass unser eigener Einfluss in der Welt gewachsen wäre", betonte Schäuble. "Bis wir es angesichts der Komplexität erreichen, dass Finanzsysteme und Wirtschaft auch nur ein Stück weit entflochten werden könnten, würde ich solche Aufsätze jedenfalls etwas zögerlicher schreiben", so Schäuble in Anspielung auf einen Gastbeitrag von Heiko Maas. Der Außenminister hatte gefordert, dass Europa von den USA unabhängige Finanzkanäle aufbauen solle.

ANZEIGE

Die News Schäuble fürchtet weitere Risiken für Finanzstabilität wurde von dts am 14.09.2018 in der Kategorie Finanzen mit den Stichwörtern Finanzen, Deutschland, Finanzindustrie abgelegt.

Weitere Meldungen

Bundesbank sieht Ursachen für Finanzkrise auch in Deutschland

Frankfurt/Main - Zehn Jahre nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers sieht Bundesbank-Präsident Jens Weidmann die Ursachen für die Finanzkrise auch in Deutschland.

Mehr
Trotz hoher Einnahmen: Deutsche Städte senken Steuersätze nicht

Berlin - Deutschlands Städte halten trotz sprudelnder Einnahmen an ihren hohen Abgaben und Steuern fest. Das berichtet die "Welt am Sonntag". Die Zeitung beruft sich auf eine

Mehr
Bankenverband betrachtet Krisenbewältigung als beendet

Frankfurt/Main - Zehn Jahre nach der Insolvenz der US-Bank Lehman Brothers wirbt der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands deutscher Banken, Andreas Krautscheid, dafür, nach

Mehr

Top Meldungen

Hofreiter drängt Kohle-Kommission zu Eile

Berlin - Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter drängt die Kohle-Kommission der Bundesregierung, rasch einen Zeitplan für den Kohleausstieg zu erarbeiten. "Die Zeit der Störmanöver

Mehr
Mobilitäts-Kommission wird einberufen

Berlin - Die Bundesregierung will an diesem Mittwoch mit einem Kabinettsbeschluss die seit langem erwartete Kommission zur Zukunft der Mobilität einberufen. Nach Informationen

Mehr
Ifo-Handelsexperte hält US-Strafzölle für verkraftbar

Berlin - Der Ifo-Handelsexperte Gabriel Felbermayr erwartet zwar, dass auch deutsche Firmen die Auswirkungen des US-chinesischen Handelsstreits spüren werden, hält sie aber für

Mehr