Wirtschaft

Widerstand gegen Erdkabel könnte Netzausbau billiger machen

  • 10. August 2018, 16:33 Uhr
Bild vergrößern: Widerstand gegen Erdkabel könnte Netzausbau billiger machen
Bauarbeiter
dts

.

Anzeige

Berlin - Zwei der drei geplanten Stromautobahnen, die im Zuge der Energiewende überschüssige Windenergie aus dem Norden nach Süddeutschland bringen sollen, will die Bundesregierung nach Protesten gegen "Monstertrassen" als Kabel unter die Erde legen. Doch auch dagegen regt sich Widerstand - was für Stromkunden eine Ersparnis von mehreren Hundert Millionen Euro bedeuten könnte, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Samstagausgabe).

Allein in Sachsen-Anhalt haben sich 16 Gemeinden gegen eine Erdverkabelung gewandt, sagte der Netzbetreiber 50Hertz der FAZ. Laut Bundesnetzagentur, in deren Auftrag 50Hertz den Suedostlink plant, summieren sich die Anträge in Sachsen-Anhalt auf 100 und in Thüringen auf 15 Kilometer. Hier fordert man Freileitungen statt Erdkabel. Die Gemeinden und Landkreise argumentieren vor allem mit der Schädigung des fruchtbaren Schwarzerdebodens durch die Erdkabel sowie die von diesen ausgehende Erwärmung des Erdreichs. Ob den Anträgen stattgegeben wird, ist offen.

50Hertz prüft das bis zum zweiten Quartal 2019. Sollten die Freileitungen den Vorzug bekommen, würde das für die Stromverbraucher billiger, auf die die Baukosten umgelegt werden. Denn Erdkabel sind gegenüber Freileitungen um den Faktor vier bis acht teurer. Wenn auf einem Fünftel des 580 Kilometer langen Suedostlinks Masten gesetzt und Seile gespannt würden, liefe dies wohl auf eine Kostenreduzierung von Hunderten Millionen Euro hinaus. Aktuell werden die Baukosten auf fünf Milliarden Euro veranschlagt.


Die News Widerstand gegen Erdkabel könnte Netzausbau billiger machen wurde von dts am 10.08.2018 in der Kategorie Wirtschaft mit den Stichwörtern Wirtschaft, Deutschland, Energie abgelegt.

Weitere Meldungen

Bericht: BMW und Daimler wollen beim autonomen Fahren kooperieren

München/Stuttgart - Die beiden Autohersteller Daimler und BMW prüfen offenbar die Möglichkeit umfangreicher Kooperationen. Entsprechende Gespräche führen BMW-Chef Harald Krüger

Mehr
Bsirske bekräftigt vor Tarifverhandlungen Forderung nach deutlich mehr Gehalt

Vor Beginn der ersten Tarifrunde für die Angestellten des öffentlichen Dienstes der Länder hat Verdi-Chef Frank Bsirske seine Forderung nach deutlichen Gehaltserhöhungen

Mehr
Ischinger kritisiert Bundesregierung im Streit um Nord Stream 2

München - Der Chef der Münchener Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, sieht strategische Fehler der Bundesregierung im Umgang mit dem umstrittenen Gaspipeline-Projekt Nord

Mehr

Top Meldungen

Tarifverhandlungen für Länderangestellte starten

Für mehr als 800.000 Angestellte der Bundesländer außer Hessen beginnt am Montag (11.30 Uhr) in Berlin die Tarifrunde mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL). Verdi und

Mehr
Ex-SPD-Chef Schulz macht bei Digitalsteuer Druck

Berlin - Vor der Unterzeichnung des deutsch-französischen Freundschaftsvertrages hat der frühere SPD-Chef Martin Schulz die Bundesregierung aufgerufen, gemeinsam mit Paris

Mehr
Kretschmer will Sonderregeln zur Entwicklung der Braunkohlegebiete

Dresden - Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat die Bundesregierung aufgefordert, rasch einen konkreten Plan zur Förderung der deutschen Braunkohleregionen

Mehr