Wirtschaft

Frankreichs Finanzminister warnt vor zerstörerischen Folgen eines Handelskriegs

  • 22. Juli 2018, 09:30 Uhr
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Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire
Bild: AFP

Frankreichs Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire hat die USA anlässlich des G20-Treffens in Buenos Aires vor den zerstörerischen Folgen eines Handelskrieges gewarnt. 'Dieser Handelskrieg wird nur Verlierer hervorbringen', sagte er AFP.

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Frankreichs Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire hat die USA anlässlich des G20-Treffens in Buenos Aires vor den zerstörerischen Folgen eines Handelskrieges gewarnt. "Dieser Handelskrieg wird nur Verlierer hervorbringen, er wird Arbeitsplätze zerstören und das weltweite Wirtschaftswachstum belasten", sagte Le Maire am Samstag in der argentinischen Hauptstadt in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP. 

Le Maire rief die USA "zu Vernunft, Respekt der multilateralen Regeln und zum Respekt ihrer Verbündeten" auf. "Amerikaner und Europäer sind Verbündete, wir können nicht verstehen, wieso wir Europäer von der Erhöhung von Handelszöllen durch die USA betroffen sind." 

Der französische Minister mahnte, der Welthandel könne nicht nach dem "Gesetz des Dschungels" verändert werden. Vielmehr müssten Probleme multilateral diskutiert werden. "Die richtige Art, die Probleme zu regeln, ist eine Diskussion zwischen den USA, Europa, China", sagte Le Maire.

In Buenos Aires tagen am Samstag und Sonntag die Finanzminister und Notenbankchefs der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20). Dabei stehen die aktuellen Handelskonflikte ganz oben auf der Tagesordnung.

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, warnte bei der Eröffnung des Treffens erneut vor einer Beeinträchtigung der Weltwirtschaft durch Protektionismus. Angesichts der geplanten und bereits geltenden Handelsbeschränkungen könne die globale Wirtschaftsleistung laut einer IWF-Simulation im Jahr 2020 im schlimmsten Fall einen halben Prozentpunkt geringer ausfallen - ein Minus von 430 Milliarden Dollar (368 Milliarden Euro).

US-Präsident Donald Trump hatte die EU und China jüngst als "Gegner" in handelspolitischer Hinsicht bezeichnet. Er belegte sowohl die Volksrepublik als auch die EU-Länder mit Strafzöllen. US-Finanzminister Steven Mnuchin bekräftigte in Buenos Aires den "Wunsch nach einem ausgeglicheneren Verhältnis" im Handel zwischen den USA und China sowie der EU.

Le Maire nannte in dem AFP-Interview als weiteres Anliegen eine faire Besteuerung von Internetkonzernen wie Google und Facebook. Niemand könne akzeptieren, dass kleine und mittlere Unternehmen deutlich höher besteuert werden als die international agierenden Internetunternehmen, sagte der Minister. Er setzt sich dafür ein, dass die EU-Länder in dieser Frage vorangehen und sich bis spätestens 2019 auf eine gerechte Besteuerung der Internetkonzerne einigen.

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