Technologie

Mini-Sensoren spüren Verschüttete auf

  • Rudolf Huber/cid - 16. Mai 2018, 10:39 Uhr
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cid Groß-Gerau - Die Gas-Sensoren sind winzig klein - und können Menschenleben retten. ETH Zürich / Andreas Güntner

Eine Entwicklung der ETH Zürich könnte die Suche nach verschütteten oder versteckten Menschen revolutionieren: Die Schweizer Wissenschaftler haben die bisher kleinsten elektronischen 'Spürhunde' der Welt in Form äußerst empfindlicher Gassensoren für Azeton, Ammoniak und Isopren gebaut.

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Eine Entwicklung der ETH Zürich könnte die Suche nach verschütteten oder versteckten Menschen revolutionieren: Die Schweizer Wissenschaftler haben die bisher kleinsten elektronischen "Spürhunde" der Welt in Form äußerst empfindlicher Gassensoren für Azeton, Ammoniak und Isopren gebaut. Diese Stoffwechselprodukte dünstet und atmet der menschliche Körper in geringen Konzentrationen aus.

Bei Labortests in Zusammenarbeit mit österreichischen und zyprischen Wissenschaftlern zeigte sich, dass sich mit den Sensoren sehr gut verschüttete Personen aufspüren lassen. Dazu nutzten die Forscher einen Verschüttungssimulator am Institut für Atemgasanalytik der Universität Innsbruck in Dornbirn, in der Versuchspersonen zwei Stunden lang ausharrten.

Die Gassensoren der ETH-Wissenschaftler haben die Größe eines kleinen Computerchips. "Sie sind etwa gleich empfindlich wie die meisten Ionenmobilitäts-Spektrometer, die mehrere tausend Franken kosten und die Größe eines Koffers haben", so die Wissenschaftler. Die neue, handliche Sensorkombination sei das mit Abstand kleinste und günstigste Gerät, das ausreichend empfindlich sei, um verschüttete Personen zu erkennen. Im nächsten Schritt möchten sie unter Realbedingungen testen, ob es sich für den Sucheinsatz nach Erdbeben oder Lawinenniedergängen eignet.

Die bisher außer Spürhunden verwendeten Geräte arbeiten mit Mikrofonen und Kameras. Damit lassen sich nur Verschüttete finden, die sich akustisch bemerkbar machen können oder unter Trümmern sichtbar sind. Derzeit suchen die Forschenden Industriepartner oder Investoren, die den Bau eines Prototypen unterstützen. Auch Drohnen oder Roboter ließen sich mit den Gassensoren ausrüsten. So könnten auch Gebiete abgesucht werden, die zu Fuß nicht oder nur schwer zugänglich sind. Weitere vorstellbare Anwendungen: das Aufspüren blinder Passagiere oder das Aufdecken von Menschenschmuggel.

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