Wirtschaft

SPD mahnt rasche tierschutzkonforme Lösung bei der Ferkelkastration an

  • 25. April 2018, 14:15 Uhr
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Ferkel in einem Stall in Niedersachsen
Bild: AFP

Die SPD hat eine rasche tierschutzkonforme Lösung bei der Ferkelkastration angemahnt. Schon 'vor geraumer Zeit' habe die Regierung drei Alternativen zur betäubungslosen Ferkelkastration vorgelegt und alle seien 'praktikabel und tierschutzkonform'.

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Die SPD hat eine rasche tierschutzkonforme Lösung bei der Ferkelkastration angemahnt. Schon "vor geraumer Zeit" habe die Regierung drei Alternativen zur betäubungslosen Ferkelkastration vorgelegt und alle seien "praktikabel und tierschutzkonform", erklärte die SPD-Tierschutzexpertin Susanne Mittag am Mittwoch. Nun müsse rasch eine passende Lösung gefunden werden, fügte sie mit Blick auf die dreitägige Agrarministerkonferenz in Münster hinzu, die von Mittwoch bis Freitag stattfindet.

Ab Anfang kommenden Jahres ist es in Deutschland verboten, Ferkel ohne Betäubung zu kastrieren. Die vorgelegten Alternativen sind die Ebermast, die Kastration unter Vollnarkose und die Immunokastration, auch Eberimpfung genannt, wie Mittag ausführte.

Von Experten diskutiert wird mittlerweile auch die Kastration durch den Landwirt nach vorheriger lokaler Betäubung. Eine Lokalanästhesie sei aber eine "anspruchsvolle tierärztliche Tätigkeit, die nicht leichtfertig unterschätzt werden darf", erklärte Mittag. Sie selbst sehe diese Alternative daher kritisch.

Mittag sprach sich für die Immunokastration aus. Dabei bekommt das Tier zwei Injektionen, die die Ausbildung der Geschlechtshormone unterdrücken und somit den als unangenehm empfundenen Ebergeruch verhindern. Die Eberimpfung sei "unkompliziert und vor allem ist kein Eingriff am Tier nötig, sodass das Schwein keine Kastrationsschmerzen hat", erklärte die SPD-Abgeordnete.

Der Grünen-Agrarexperte Friedrich Ostendorff forderte angesichts der Diskussion, dass zwischen Bund und Ländern "klare Handlungsempfehlungen erarbeitet werden". Schmerzlinderung für die Tiere durch den "vierten Weg" reiche zudem nicht aus, um die Vorgaben zu erfüllen, fügte er hinzu. Ostendorff forderte eine umfassende Strategie dafür, "wie die Tierhaltung von Schweinen, Kühen und Geflügel in 20 Jahren aussehen soll".

Am Dienstag hatte die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) von der Regierung Unterstützung bei der Umstellung auf das Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration gefordert. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU), die ebenfalls an der Konferenz in Münster teilnimmt, müsse "schnell ein deutliches Signal" setzen.

Themen der Agrarministerkonferenz sind unter anderem auch die Kennzeichnung der Tierhaltung bei Lebensmitteln und der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Die Organisation BUND erklärte, eine freiwillige Tierhaltungskennzeichnung wie von der Regierung geplant reiche nicht aus. Nur eine "verbindliche staatliche Kennzeichnung nach Vorbild der Eierkennzeichnung" bringe Verbrauchern wirklich Klarheit.

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