Technologie

Ältere können mit digitalen Sprachassistenten noch nichts anfangen

  • 19. April 2018, 13:00 Uhr
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Der Lautsprecher Amazon Echo
Bild: AFP

Viele ältere Menschen können mit digitalen Sprachassistenten wie Alexa und Siri nichts anfangen. Das ergab eine Umfrage unter 50- bis 90-Jährigen. Die Seniorenliga forderte von den Herstellern, Älteren die Sprachassistenten besser zu erklären.

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Viele ältere Menschen können mit digitalen Sprachassistenten wie Alexa und Siri nichts anfangen. In einer am Donnerstag von der Deutschen Seniorenliga und der Verbraucherzentrale Bremen veröffentlichten Umfrage unter 50- bis 90-Jährigen gaben 92 Prozent der Befragten an, diese Technologie nicht zu kennen oder nicht zu benutzen. Mehr als die Hälfte derer, die die Technologie nicht nutzen, sehen darin auch keinen Mehrwert.

Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der Seniorenliga, hielt jedoch dagegen: "Gerade älteren Menschen bietet die Technologie eine Möglichkeit, alltägliche Tätigkeiten zu erleichtern". Sprachassistenten machten digitale Technik auch für Menschen zugänglich, die weder Computerbildschirme ablesen, noch Tastaturen oder Smartphone-Apps bedienen könnten.

Intelligente Sprachassistenten können auf Zuruf etwa den aktuellen Wetterbericht vorlesen, eine Telefonnummer für die Freisprechanlage des Autos wählen oder das Licht in einem vernetzten Haus steuern. Der Vorteil ist, dass die Nutzer ihr Smartphone oder Tablet nicht mehr in die Hand nehmen müssen. 

"Im Idealfall können die Geräte die Autonomie im Alltag des Alterns wesentlich unterstützen und dazu beitragen, dass Ältere länger selbstständig in ihrem eigenen Zuhause leben können", erklärte Hackler. Deshalb sollten die Hersteller den Älteren die Vorteile besser erklären.

An der Umfrage nahmen im Februar und März insgesamt 550 Personen online teil - damit wurde laut Verbraucherzentrale die Internetaffinität der Altersgruppe sogar überschätzt, weil nicht jeder Ältere im Netz aktiv ist. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer hatten Datenschutzbedenken gegenüber Sprachassistenten und ein Viertel fürchtete, abgehört zu werden.

Die Datenschutzbedenken sind für Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale Bremen nachvollziehbar: "Die bei der Nutzung der Assistenten gespeicherten Daten können mit Daten aus anderen Online-Diensten zusammengeführt werden." So könnten detaillierte Nutzerprofile für Marketing und Marktforschung angelegt werden.

Die Privatsphäre müsse geschützt, der Datenstrom sicher sein, erklärte Oelmann: "Es ist Aufgabe der Anbieter, das System vor Hackern zu schützen und vor allem sicherzustellen, dass die Geräte nur dann mithören, wenn sie mithören sollen!"

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