Politik

Nahles-Konkurrentin um SPD-Vorsitz attackiert vor Parteitag SPD-Spitze

  • 16. April 2018, 15:48 Uhr
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Die Flensburger Oberbürgermeisterin Lange
Bild: AFP

Vor der Wahl der neuen SPD-Spitze am Sonntag übt die Gegenkandidatin von Fraktionschefin Andrea Nahles, die Flensburger Oberbürgermeisterin Simone Lange, scharfe Kritik an der Parteispitze. Sie forderte eine Redezeit von mindestens 30 Minuten.

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Vor der Wahl der neuen SPD-Vorsitzenden am Sonntag übt die Gegenkandidatin von Fraktionschefin Andrea Nahles, die Flensburger Oberbürgermeisterin Simone Lange, scharfe Kritik an der Parteispitze. "Man versucht, mich zu verschweigen, man lässt sich nicht auf ein Gespräch mit mir ein", sagte Lange den "Kieler Nachrichten" vom Montag. Sie forderte für den Parteitag in Wiesbaden eine Redezeit von mindestens 30 Minuten.

"Dieser Sonderparteitag wurde einzig mit dem Ziel einberufen, die neue Vorsitzende zu wählen, und dann werden zur Kandidatinnenvorstellung zehn Minuten angeboten", sagte Lange der Zeitung. Das sei für die weniger bekannte Kandidatin ungerecht. "Mit diesen zehn Minuten schaden sie nicht mir. Sie schaden dem Ansehen der Partei." Gegebenenfalls werde sie beim Parteitag die Änderung der Geschäftsordnung beantragen.

Lange warf der Parteiführung vor, mit ihr insgesamt nicht souverän umzugehen. Auf der Homepage der SPD sei sie so lange nicht aufgetaucht, bis Mitglieder Druck gemacht hätten. Nahles und der amtierende Bundesvorsitzende Olaf Scholz seien ihr in den vergangenen Wochen aus dem Weg gegangen. "Es ist die Sozialdemokratie, die gerade ihr Gesicht zeigt. Deshalb müssen wir uns nicht fragen, warum wir gerade bei 18 Prozent stehen", kritisierte Lange.

In einem weiteren Interview warb sie erneut damit, näher als Nahles bei den Bürgern zu sein. Sie wisse besser, "wo und wie das wahre Leben spielt", sagte Lange den Zeitungen der Funke-Mediengruppe vom Montag. Sie wolle ihre "große kommunalpolitische Kompetenz" einbringen. "Ich werde der SPD Glaubwürdigkeit zurückgeben", sagte sie. Nahles stecke dagegen in einem "ständigen Interessenkonflikt", wenn sie in Personalunion die Bundestagsfraktion und die Partei anführen wolle. 

"Mich stört massiv, dass sie sagt, sie wolle das Kraftzentrum der Partei sein", sagte die Oberbürgermeisterin. Noch mehr Zentralismus mache die SPD kaputt. Die Partei brauche einen zweiten Kopf an der Parteispitze.

Lange tritt beim SPD-Parteitag am Sonntag in Wiesbaden gegen Nahles an. Derzeit wird die SPD kommissarisch von Bundesfinanzminister Olaf Scholz geführt. Die Neuwahl wurde erforderlich, nachdem der frühere Vorsitzende Martin Schulz zurückgetreten war.

Der Deutschen Welle sagte Lange am Montag, die Entscheidung zur Kandidatur sei ihr spontan gekommen. "Auslöser war, dass der Bundesvorstand vorhatte, unsere Satzung zu missachten und Andrea Nahles als kommissarische Vorsitzende einzusetzen", sagte sie.

Die Jusos stellten sich im Vorfeld des Parteitags nicht hinter Nahles. "Eine neue Vorsitzende macht noch keine Erneuerung. Von den Jusos wird es voraussichtlich keine Wahlempfehlung geben", sagte Juso-Chef Kevin Kühnert der "Passauer Neuen Presse" vom Montag. Es gebe "unterschiedliche Stimmen innerhalb der Jusos und innerhalb der Partei" zu Nahles. Es seien aber "durchaus Ansätze von Erneuerung zu erkennen", fügte Kühnert hinzu.

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