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Test Mercedes Sprinter: Nützlich, wirtschaftlich und digital

  • 8. Februar 2018, 00:05 Uhr
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Mercedes-Benz Sprinter mit Elektroantrieb. Foto: Auto-Medienportal.Net/KIrchberger

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Beim Start einer neuen Mercedes-Benz S-Klasse würde kaum weniger Wind entfacht. Daimler feiert die Weltpremiere der nach 1995 dritten Generation des Transporters Sprinter, als wäre der alleinentscheidend für das Wohl und Wehe der Marke. Der bisherige Erfolg des vornehmlich in Düsseldorf gebauten leichten Nutzfahrzeugs rechtfertigt jedoch das Pathos der Feierstunde. Allein 400 000 Einheiten der vergangenen Generation wurden auf der ganzen Welt verkauft, insgesamt fanden bislang 3,4 Millionen Sprinter den Weg zum Kunden.

Ganz neue Wege wolle man mit der Neuauflage gehen, so Volker Mornhinweg, Markenchef bei Mercedes-Benz Vans. Sie wird später im Juni zu Preisen ab 19 990 Euro (zuzüglich Mehrwertsteuer) an die ersten Kunden übergeben, und die können zum ersten Mal zwischen drei Antriebsarten wählen. Das Grundmodell wird mit Front-, die höherwertigen Versionen mit Hinterradantrieb ausgeliefert. Dazu gibt es eine 4x4-Variante für besonders anspruchsvolle Einsätze. Die Basisausführung hat eine 50 Kilogramm höhere Nutzlast und eine um acht Zentimeter niedrigere Ladekante. Was den Paketboten freut und auch den Wohnmobilreisenden, der sein mobiles Heim auf einem Sprinter rollen lässt, mehr Komfort verschafft.

Den gewerblichen Kunden werden acht Karosserieversion, Radstände bis 4,38 Meter, 3 bis 5,5 Tonnen Gesamtgewicht und maximal 17 Kubikmeter Laderaumvolumen geboten, 1700 verschiedene Versionen ließen sich realisieren, heißt es. Möglich ist außerdem eine vollständige Vernetzung des Fahrzeugs. Dies soll die Routenwahl für den Paketzusteller, die Reihenfolge der Kundenbesuche des Servicetechnikers und die Effizienz des Tagesablaufs vieler Sprinter-Nutzer optimieren.

Außerdem gibt es Werkzeuge zum Flottenmanagement. Mit ihnen lassen sich etwa die Wartungszustände der einzelnen Fahrzeuge in einem Fuhrpark abrufen und deren Werkstatttermine optimieren. Das reduziert die Ausfallzeiten. Dabei kann auch die Fahrweise des Sprinter-Chauffeurs ermittelt werden. Geht der zu sorglos mit dem Gaspedal um, vergisst, vorausschauend und so treibstoffsparend zu fahren, kann ihn sein Fuhrparkleiter zur Ordnung rufen. Die totale Überwachung aber auch zu einem Bonus-System führen, bei dem folgsame Fahrer belohnt, Straßen- und Umweltrüpel aber mit Sanktionen belegt werden können. Der große Bruder blickt ihnen immer über die Schulter.

Der Lieferwagen wird Teil des betriebsinternen elektronischen Logistiksystems und vollständig darin integriert. Die Module hierfür lassen sich einzeln bestellen, je nach Anforderungen der jeweiligen Branche und Aufgabenstellungen. Als Pakete oder Solisten gesellen sich auch die Assistenzsysteme dazu. Zwölf aufmerksame Helferlein verhelfen dem Sprinter-Fahrer zu mehr Sicherheit und Komfort. Da gibt es unter anderem einen Seitenwindassistenten, den adaptiven Tempomaten, Spurhaltehelfer und die Überwachung des toten Winkels. Zu einer günstigeren Versicherungseinstufung tragen Rückfahrkamera und Einparkhelfer bei, eine GPS-Navigation der jüngsten Generation erlaubt die metergenaue Positionsbestimmung, wobei die an einer Laderampe vielleicht doch noch nicht genau genug ist.

Das Motorenangebot des neuen Sprinter reicht von 84 kW / 114 PS bis 140 kW /190 PS, für die Reisemobilproduktion ist exklusiv ein 2,1-Liter-Vierzylinder mit 130 kW / 177 PS im Angebot. Kombiniert werden können sie mit einem manuellen Sechs-Gang-Getriebe oder einer neunstufigen Automatik. Für das stärkste Aggregat, den Dreiliter-V6, der vornehmlich für die Shuttle-Sprinter mit Bus-Bestuhlung für den VIP-Transport bestimmt ist, steht ein automatisches Getriebe mit sieben Stufen bereit. Neben den deutschen Produktionsstätten entsteht der nützliche Wagen in Buenos Aires und in North Charleston in den Vereinigten Staaten.

Der Sprinter soll auch rein elektrisch fahren können. Nicht gleich zum Marktstart in diesem Sommer, so doch für das kommende Jahr avisiert Mercedes-Benz Vans den e-Sprinter mit einem 84-kW-Elektromotor, der 300 Newtonmeter Drehmoment abgibt und für 120 km/h Höchstgeschwindigkeit gut ist. Je nach Batterievolumen ermöglicht er 150 bis 200 Kilometer Reichweite. Das Akkupaket besteht - ähnlich wie beim elektrifizierten Vito - aus drei Einheiten, die es zusammen auf etwa 40 kW/h bringen. Optional wird es ein viertes Batteriepaket geben, um die Reichweite und Leistung zu erhöhen. Eine Tonne Nutzlast verspricht der Hersteller, über weitere Details und vor allem die Preise des Elektro-Lieferwagens herrscht bei Daimler noch Stillschweigen. (ampnet/mk)

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Die News Test Mercedes Sprinter: Nützlich, wirtschaftlich und digital wurde von Michael Kirchberger/ampnet am 08.02.2018 in der Kategorie Motor mit den Stichwörtern Mercedes-Benz Sprinter abgelegt.

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