Gesundheit

Smartphones sammeln Daten für die Medizin

  • 6. Dezember 2017, 17:24 Uhr
Bild vergrößern: Smartphones sammeln Daten für die Medizin
mp Groß-Gerau - Die Tinnitus-App der Ulmer Universität liefert neue Erkenntnisse durch das Sammeln von Daten. Elvira Eberhardt / Uni Ulm

Dass fast jeder Mensch in Deutschland ein Smartphone besitzt, könnte für die Forschung von großem Nutzen sein. Gesammelte Daten können dabei helfen, medizinische Apps zu verbessern und die Behandlungserfolge zu verbessern.

Anzeige


Dass fast jeder Mensch in Deutschland ein Smartphone besitzt, könnte für die Forschung von großem Nutzen sein. Gesammelte Daten können dabei helfen, medizinische Apps zu verbessern und die Behandlungserfolge zu verbessern. Dieses Ziel verfolgt ein Team der Universität Ulm mit der Entwicklung einer "Crowdsensing"-Softwaretechnologie für medizinische und psychologische Studien.

"Ob in der Trauma- oder der Tinnitusforschung kann mit Hilfe von Crowdsensing wertvolle Erkenntnisse über Krankheitsbilder und -verläufe gewonnen werden", erklärt Professor Manfred Reichert, Leiter des Institutes für Datenbanken und Informationssysteme (DBIS) an der Universität Ulm. Unter anderem ist aus dieser Forschung eine App entstanden, welche die Stressbelastung in der Schwangerschaft erfasst.

Eine neuere Entwicklung ist die "TrackYourTinnitus"-App, die in Zusammenarbeit mit der Tinnitus Research Initiative (TRI) und anderen Kooperationspartnern entstand. Darin zeichnen betroffene Patienten ihre täglichen Erfahrungswerte auf, die individuelle Tinnitus-Erfahrung ('gefühlte' Lautstärke und Belastung durch den Tinnitus), zudem Angaben zu Stress und Gefühlen im Tagesverlauf. Das Smartphone zeichnet bei Bedarf Umweltgeräusche sowie Zeit- und Positionsangaben auf. So stellte sich schon heraus, dass Stimmung und Tageszeit die wahrgenommene Lautstärke des Tinnitus-Tones sowie die damit einhergehende Belastung beeinflussen.

Die Forscher suchen weiterhin nach Möglichkeiten, die Datenerfassung für unterschiedliche Anwendungsbereiche anzupassen, damit Ergebnisse wie bei der Tinnitus-App auch für weitere Bereiche erarbeitet werden können.

ANZEIGE

Die News Smartphones sammeln Daten für die Medizin wurde von Steve Schmit/mp am 06.12.2017 in der Kategorie Gesundheit mit den Stichwörtern Gesundheit, Technik, Forschung abgelegt.

Weitere Meldungen

Apotheker und Verbraucherschützer gegen Medikamentenabgabe durch Hausärzte

Deutschlands Apotheker lehnen eine direkte Medikamentenabgabe durch die Hausärzte ab. "Ärzte können Apotheker so wenig ersetzen, wie Apotheker Ärzte ersetzen können", erklärte der

Mehr
Stress am Arbeitsplatz


Mittelständische Unternehmen in Deutschland ignorieren mehrheitlich gesetzliche Vorschriften zur Stress- und Burnout-Prävention. Nur in rund vier von zehn Firmen (41

Mehr
Warum Fußpilz so hartnäckig ist


Fußpilz ist eine hässliche Sache. Und vor allem keine Seltenheit. Was also tun? Um die Füße gesund zu halten und einem Pilz vorzubeugen, sollte man am besten luftige

Mehr

Top Meldungen

DM-Chef sieht noch Potenzial für Neueröffnungen

Karlsruhe - Trotz langsamerer Expansion sieht der Chef der Drogeriemarktkette DM, Erich Harsch, noch viel Potenzial für Neueröffnungen des Unternehmens in Deutschland. "Ein paar

Mehr
Bundesländer wollen Stahlindustrie vor höheren Klimakosten schützen

Saarbrücken - Die deutschen Stahl-Bundesländer fordern, dass Bund und EU die Branche vor strengeren Umweltauflagen und höheren Stromkosten schützen sollten, um Zehntausende

Mehr
Außenhandelspräsident für "Besonnenheit" gegenüber Saudi-Arabien

Berlin - Der Präsident des Bundesverbands Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Holger Bingmann, hat angesichts der Vorwürfe gegen Saudi-Arabien im Fall Khashoggi zu

Mehr