Motor

Test Toyota Yaris: Eine sichere Sache

  • 17. Mai 2017, 10:44 Uhr
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Toyota Yaris. Foto: Auto-Medienportal.Net/Toyota

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Mit einer in diesem Segment ungewöhnlich vollständigen Sicherheitsausrüstung rollt der überarbeitete Toyota Yaris in den kommenden Wochen zu den Händlern. In allen Ausstattungsvarianten kommt bei dem weitgehend in Europa entwickelten und im französischen Valenciennes produzierten Kleinwagen das Sicherheitspaket Toyota Safety Sense zum Einsatz. Dazu gehört unter anderem das Pre-Collision-System, das bei einer von einem Laser erkannten Gefahr selbstständig eine Notbremsung auslöst.

Ebenfalls dabei sind der automatisch abblendende Fernlicht- und der Spurhalteassistent. Von der Ausstattung Comfort an gehört außerdem auch eine Verkehrsschilderkennung zur Serie. Sie warnt den Chauffeur bei Geschwindigkeitsbegrenzungen optisch oder auf Wunsch auch mittels eines Warnsummers. Die Techniker dachten ferner an die Fondpassagiere und spendierten ihnen zum ersten Mal Gurtstraffer und Kraftbegrenzer.

Für die Modellpflege tauschten die Toyota-Entwickler insgesamt 900 Teile aus. Am deutlichsten fallen die äußeren Veränderungen an der Front- und Heckpartie ins Auge. Die neue, scharf geschnittene Front mit dem dominierenden Kühlergrill lässt den Kleinwagen trotz unveränderter Abmessungen breiter wirken und macht den Yaris zum Gesicht in der Masse der Stadtwagen. Am Heck wurden die Kofferraumklappe und die Rückleuchten neu gestaltet.

Im Innenraum beließ es Toyota bei der für die Marke typischen, sachlichen Atmosphäre. Die Bedienelemente sind ergonomisch günstig angeordnet, und die neuen Materialien sowie die Polsterung neu arrangierte Dekorleisten werten den Innenraum deutlich auf. Vor dem Fahrer befinden sich zwei gut ablesbare analoge Instrumente. Ein Mini-Bildschirm vermittelt (ab der Ausstattung Comfort) zusätzliche Informationen über Verbrauch und Verkehrszeichen. Die entsprechenden Informationen lassen sich über Tasten am Lenkrad abrufen.

Unter der Haube des überarbeiteten Yaris arbeiten künftig nur noch Benzinmotoren. Der Diesel wurde mangels Nachfrage (zuletzt waren es gerade noch drei Prozent) aus dem Programm gestrichen. Die Rolle des Spritsparers übernimmt der überarbeitete Hybridantrieb, der sich gleichzeitig durch eine dezentere Geräuschentwicklung als bisher bemerkbar macht. Die Ingenieure erreichten dies unter anderem durch die Montage von zusätzlichem Dämmmaterial unter der Motorhaube, einer akustisch optimierten Windschutzscheibe sowie eines neuen Auspuffs und neuer Antriebswellen. Die Toyota-Hybridprämie (3000 Euro) ließ den Hybridanteil im vergangenen Jahr auf 63 Prozent steigen. In diesem Jahr sind 70 Prozent im Visier.

Als weitere motorische Neuheit spendierten die Toyota-Techniker dem Yaris einen neuen 1,5-Liter-Benziner. Er löst den bisherigen Turbo mit 1,33 Litern Hubraum ab. Grund für den Wechsel, so ein Toyota-Sprecher ,,ist unter anderem auch die bevorstehende Einführung der Abgasnorm Euro 6c und die Zulassungsvorschriften zu Eimissionen im praktischen Fahrbetrieb". Der neue Antrieb (82 kW / 111 PS) verbessert die Beschleunigung von Null auf 100 km/h um 0,8 Sekunden gegenüber dem alten Motor. Die Kraft wird dabei über ein Sechs-Gang-Getriebe an die Vorderräder übertragen. So ausgerüstet, verbreitet der Yaris ein gelassenes Temperament. Wer Wert auf eine dynamische Fortbewegung legt, freut sich über das leicht zu schaltende Getriebe, denn der sechste Gang ist als Schongang ausgelegt, so dass dynamische Manöver häufige Griffe zum Schalthebel verlangen. Auch deshalb ist der von Toyota versprochene Verbrauch (fünf Liter auf 100 Kilometer) in der realen Verkehrswelt schwer zu erreichen. Sechs bis sieben Liter sind realistischer. Deutlich sparsamer ist die Hybridversion, die weniger als vier Liter verbrauchen soll und beim CO2-Ausstoß mit 75 Gramm je Kilometer den Bestwert im Segment erreicht.

Das Fahrwerk wurde nur leicht modifiziert, denn schon vor der Modellpflege gehörte der Yaris zu den unproblematischen Vertretern seines Segments. Das hat sich nach der Überarbeitung nicht geändert. Die harmonische Abstimmung von Federung und Dämpfung macht auch längere Fahrten zu einem angenehmen Erlebnis, und wer sich innerhalb der Grenzen der Physik bewegt, wird keine unangenehmen Erfahrungen machen. Schließlich ist der Yaris alles andere als ein Sportwagen.

Dieser Eindruck könnte sich allerdings demnächst deutlich ändern. Denn gegen Ende des Jahres röhrt der Yaris GRMN in die Modellpalette. Rund 100 Exemplare sind für die deutschen Kunden reserviert. Angetrieben von einem mehr als 154 kW / 210 PS leistenden 1,8-Liter-Turbo-Benziner, verwandelt sich der Yaris zu einem Kompaktsportler, der ernst genommen werden will. Über den Preis hüllt sich Toyota noch in Schweigen.

Bei den zivilen Versionen beginnt die Preisliste bei 12 540 Euro für den 1,0-Liter-Dreizylinder (51 kW / 69 PS). Die Versionen mit dem neuen 1,5-Liter-Vierzylinder kosten mindestens 13 240 Euro, und der Hybrid (Systemleistung 74 kW / 100 PS) beginnt bei 17 990 Euro, was sich dank der Hybridprämie um 3000 Euro verringert.

Wie von Toyota gewohnt ist bereits die Basisversion sehr gut ausgestattet und besitzt unter anderem sieben Airbags und elektrisch einstellbare Außenspiegel. Die Version Yaris Comfort kommt mit Rückfahrkamera und einer manuellen Klimaanlage zu den Kunden, und die Yaris Style Selection verfügt unter anderem über eine Metallic-Lackierung und einem Sportlenkrad. (ampnet/ww)

Daten Toyota Yaris 1.5

Länge x Breite x Höhe (m):3,94 x 1,69 x 1,51 Radstand (m): 2,51 Motor: R4-Benziner, 1496 ccm Leistung: 82 kW / 111 PS bei 6000 U/min Max. Drehmoment: 134 Nm bei 4400 U/min Höchstgeschwindigkeit: 175 km/h Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 11,0 Sek. Verbrauch (Durchschnitt nach EU-Norm): 4,6¬-5,0 Liter Effizienzklasse: C CO2-Emissionen: 103-112 g/km (Euro 6c) Leergewicht / Zuladung: min. 1040 kg / max. 505 kg Kofferraumvolumen: 286 Liter Luftwiderstandsbeiwert: 0,29 Basispreis: 14 240 Euro

Die News Test Toyota Yaris: Eine sichere Sache wurde von Walther Wuttke/ampnet am 17.05.2017 in der Kategorie Motor mit den Stichwörtern Toyota Yaris abgelegt.

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