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Test Hyundai i30: Golf-Konkurrenz aus Korea mit deutschem Design

  • Hans-Robert Richarz/ampnet veröffentlicht am 24. April 2017, 15:10 Uhr
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Hyundai i30. Foto: Auto-Medienportal.Net/Hyundai

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Markus Schrick, Geschäftsführer Hyundai Motor Deutschland, bringt eines seiner Ziele gerne auf den Punkt. "Wir wollen eine echte Alternative zu Volkswagen bieten", sagte er bei der Vorstellung der dritten Generation des Hyundai i30, einem Fünftürer-Kompaktwagen der Golf-Klasse. "Der beste i30, den wir je gebaut haben", wie Schrick erläutert, soll "zum wichtigsten Modell der Marke" werden - mit der Technik aus Südkorea, der Fabrikation in Tschechien und einem Design aus Deutschland. Ehrgeiz spiegelt auch ein Satz aus den Leitlinien wider: "Das mittel- bis langfristige Ziel ist kein geringeres als die Marktführerschaft in Sachen Qualität."

War bislang das günstige Preis-Leistungsverhältnis wichtigster Grund für die Entscheidung, sich einen Hyundai zuzulegen, so ist inzwischen laut Markus Schrick ein neuer Kaufgrund auf Platz eins gerückt: "Für die Kunden spielt heutzutage das Design die wichtigste Rolle." Dass der neue Hyundai i30 auf diesem Feld in der Oberliga mitspielen kann, beweisen gleich zwei renommierte Design-Awards, die er kurz nach seiner Markteinführung zu Beginn des Jahres verliehen bekam: den iF Design Award 2017 und den Reddot Award 2017.

Tatsächlich punktet die dritte Generation des i30 mit einem eleganten und zugleich kraftvollem Auftritt. Dem dafür maßgeblichen, erst 27jährigen belgischen Designer Geoffrey Decembry gelang im europäischen Hyundai Designzentrum in Rüsselsheim eine schlanke, sportliche Silhouette mit einer verhältnismäßig langen Motorhaube und zurückversetzter A-Säule, was dem Fahrzeug ein dynamisches, aber auch zeitloses Erscheinungsbild verleihen soll. Peter Schreyer, Präsident und Chief Design Officer der Hyundai Motor Group, fasst das so zusammen: "Der neue Hyundai i30 steht für einen Neuanfang, auf den wir sehr stolz sind. In diesem Fahrzeug zeigt sich der ganze Enthusiasmus, mit dem unsere Designer an der Formgebung gearbeitet haben."

Dass aber nicht nur die Designer, sondern auch die Ingenieure gute Arbeit geleistet haben, zeigen die inneren Werte der Karosserie: Das Raumangebot für Passagiere und Gepäck fiel dank gewachsenem Radstand und breiterer Spur gegenüber dem Vorgänger großzügiger aus. Die Sitze geben auch in flott gefahrenen Kurven den erforderlichen Seitenhalt, selbst größer gewachsene Passagiere kommen sich weder mit den Schultern in die Quere, noch müssen sie fürchten, dass ihre Frisur durch Kontakt mit dem Dachhimmel in Unordnung gerät. Daneben schindet die Funktionalität im Innenraum Eindruck. Michel Glenisson, als Creative Interior Design Manager dafür verantwortlich, erzählt: "Für uns war wichtig, dass sich Menschen, die zum ersten Mal im neuen i30 sitzen, auf Anhieb wohlfühlen und alle Funktionen intuitiv bedienen können. Deshalb haben wir viel Zeit damit verbracht, den richtigen Platz für alle Elemente zu finden."

Das scheint ihm und seiner Crew gelungen zu sein. Der Fahrer findet sämtliche Schalter und Hebel zur Bedienung nach kurzer Eingewöhnungszeit dort, wo sie hingehören. Großzügige Fensterflächen erleichtern den Blick nach draußen, allerdings muss der Fahrer zunächst lernen, wo das Auto vorne anfängt und hinten aufhört. Hilfreich zum Rückwärts-Einparken erweist sich dabei die Rückfahrkamera, die in den beiden höchsten Ausstattungsvarianten Style und Premium zur Serienausstattung gehört.

Stichwort Ausstattung: Den i30 gibt es in fünf Einrichtungs- und sechs Motorvarianten (drei Diesel, drei Benziner). Bereits die Basisversion Pure bietet alles andere als ein ärmliches Inventar. Zur Sicherheit zum Beispiel tragen sechs Airbags, Spurhalte- und Aufmerksamkeitsassistent, Berganfahrhilfe oder Fernlichtassistent bei, um nur die wichtigsten zu nennen. Außerdem sorgen bei Pure eine Geschwindigkeitsregelanlage, elektrische Fensterheber vorne oder eine Klimaanlage für Komfort. Selbstverständlich sind auch Zentralverriegelung, Radio oder Alarmanlage. Das alles bieten auch die höheren Ausstattungsvarianten, aber jeweils mit besonderen Zugaben. Bei Select sind das etwa Nebelscheinwerfer und Bluetooth-Freisprechanlage, bei Trend Sitzheizung vorne oder Einparkhilfe hinten, bei Style dunkel getönte Scheiben ab B-Säule oder Rückfahrkamera und bei Premium autonomer Bremsassistent mit Frontkollisionswarner und Fußgängererkennung und LED-Tagfahrlicht.

Das Fahrwerk mit Einzelradaufhängung rundum, vorne an MacPherson-Federbeinen und hinten an einer Mehrlenkerarchitektur lässt Fahrfreude auch auf kurvenreichen Landstraßen nicht zu kurz kommen. Laut Hyundai sei das unter anderem ausgedehnten Testfahrten auf dem Nürburgring zu verdanken. Die Lenkung ermöglicht präzise Fahrmanöver ohne nennenswerten Aufwand, der Federungskomfort macht sich vor allem auf Langstreckenfahrten angenehm bemerkbar. Auf der Autobahn bleiben Motor-, Wind- und Abrollgeräusche so sehr zurückhaltend im Rahmen, das der Unterhaltung der Passagiere in Zimmerlautstärke nichts entgegensteht.

Das Motorenprogramm, mit dem der i30 des Jahrgangs 2017 an den Start geht, ist samt und sonder mit serienmäßiger Start-Stop-Automatik ausgerüstet. Erstmals kommt in dem Kompaktmodell ein neu entwickelter Vierzylinder mit der Bezeichnung 1.4 T-GDI zum Einsatz. Der Benzindirekteinspritzer mit 103 kW / 140 PS Leistung ist der große Bruder des Dreizylinder-Aggregats1.0 T-GDI, verfügt ebenfalls über Turbolader, Ladedruckventil und Hochdruck-Direkteinspritzung, die mit bis zu 200 bar arbeitet. Getrennte Kühlmittelkreisläufe für Motorblock und Zylinderkopf verkürzen die Kaltlaufphase und sollen für wirkungsvolle Schadstoffverminderung sorgen. Der Scavenging-Effekt, bei dem bei Teillast Ein-und Auslassventil gleichzeitig geöffnet werden, verbessert Drehmoment und Ansprechverhalten und verhindert das so genannte Turbo-Loch. Die Folgen dieser pfiffigen Lösungen: Mit 242 Newtonmetern ab 1500 Umdrehungen bietet das Triebwerk rund 50 Prozent mehr maximales Drehmoment als das 99 kW / 135 PS starke 1,6-Liter-Vorgänger-Aggregat. Zudem nahmen Verbrauch und CO2-Austoß laut Werk um rund acht Prozent ab.

Auf jeden Fall erwähnenswert ist zudem die Fünf-Jahres-Fahrzeuggarantie ohne Kilometerbegrenzung. Vorausgesetzt, der i30 wurde als Neuwagen bei einem deutschen Hyundai-Händler erworben. In diesem Fall kommt auch der Zweitbesitzer dieses Autos in den Genuss der langen Garantie, die sich darüber hinaus mit der Neuwagenanschlussgarantie bis zum achten Jahr verlängern lässt. Die Baugruppengarantie deckt Schäden sogar bis zum zehnten Jahr ab.

Trotz der zur Zeit in Mode gekommenen Diskussion um das Für und Wider des Dieselmotors sieht die Planung der südkoreanischen Dependance in Offenbach, was den Motorenmix angeht, so aus: Von den insgesamt 22 000 Einheiten, die Geschäftsführer Markus Schrick noch dieses Jahr verkaufen will, sollen 65 Prozent mit einem Benzin- und der Rest mit einen Dieselantrieb ausgestattet sein. Wenn die i30-Pallette in Kürze um den Kombi und im Herbst durch die Sportversion i30N vervollständigt wird, betrage der Limousinenanteil 65 Prozent, der des Kombi 35 Prozent.

Stückzahlmäßig besteht natürlich zwischen dem VW Golf und dem Hyundai i30 ein himmelweiter Unterschied. Doch der Anspruch, als eine Alternative zu Volkswagen ins Rennen zu gehen, ist gar nicht so weit hergeholt. (ampnet/hrr)

Daten Hyundai i30

Länge x Breite x Höhe (m): 4,34 x 1,80 x 1,50
Radstand (m): 2,65
Motor: R4-Benziner, 1353 ccm, Turbo, Direkteinspritzung
Leistung: 103 kW / 140 PS bei 6000 U/min
Max. Drehmoment: 242 Nm bei 1500 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 210 km/h
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 8,9 Sek.
Verbrauch (Durchschnitt nach EU-Norm): 5,4 Liter
Effizienzklasse: B
CO2-Emissionen: 124 g/km (Euro 6)
Leergewicht / Zuladung: min. 1279 kg / max. 393 kg
Kofferraumvolumen: 395-1302 Liter
Max. Anhängelast: 1400 kg
Wendekreis: 10,6 m
Bereifung: 225/45 R17
Luftwiderstandsbeiwert: 0,30
Wartungsintervall: 15 000 km oder jährlich
Basispreis: 22 350 Euro

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