Lifestyle

Unfall im Home-Office: Wer haftet eigentlich?

  • Ralf Loweg/wid - 19. Februar 2021, 10:14 Uhr
Bild vergrößern: Unfall im Home-Office: Wer haftet eigentlich?
wid Groß-Gerau - Für viele Menschen ist das eigene Zuhause zum Arbeitsplatz geworden. pixabay.com

In der Corona-Krise sind die eigenen vier Wände für viele Menschen zum Arbeitsplatz geworden. Was aber, wenn im Zuhause während der Arbeit ein Unfall passiert? Die ARAG-Experten erklären, welche Versicherung greift und wo sich ein zusätzlicher Schutz lohnt.


In der Corona-Krise sind die eigenen vier Wände für viele Menschen zum Arbeitsplatz geworden. Was aber, wenn im Zuhause während der Arbeit ein Unfall passiert? Die ARAG-Experten erklären, welche Versicherung greift und wo sich ein zusätzlicher Schutz lohnt.

Grundsätzlich sind Unfälle, die im Home-Office passieren, nur durch die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert, wenn die Tätigkeit direkt in Verbindung mit der Arbeit steht. So ist die Fahrt vom Home-Office beispielsweise zu einer externen Besprechung genauso versichert, wie der Weg innerhalb der Wohnung zum Arbeitsplatz - egal, ob dies der Küchentisch oder ein separates Arbeitszimmer ist.

Sogar ein Wegeunfall kann zu Hause versichert sein. In einem konkreten Fall stürzte eine Frau zu Hause auf einer Treppe, während sie mit ihrem Chef dienstlich telefonierte. Da sie während des Telefonats sogar Laptop und Unterlagen bei sich trug, werteten die Richter den Unfall eindeutig als innerhäuslichen Arbeitsunfall, für den die gesetzliche Unfallversicherung einspringen musste (Bundessozialgericht, Az.: B 2 U 28/17).

Wer im Home-Office auf Toilette geht, ist bei einem Unfall dagegen nicht durch die gesetzliche Unfallversicherung geschützt. In einem konkreten Fall war ein Mann auf dem Rückweg vom heimischen WC an den Arbeitsplatz gestürzt. Er wollte dies als Arbeitsunfall geltend machen, scheiterte aber vor Gericht (Sozialgericht München Az.: S 40 U 227/18).

Wer sich während der Arbeit im Home-Office beispielsweise aus seiner Küche ein Glas Wasser holt und dabei ausrutscht und verletzt, ist ebenfalls nicht durch die gesetzliche Unfallversicherung geschützt. Denn ein Getränk zu holen, ist reine Privatsache (Bundessozialgericht, Az.: B 2 U 2/15 R). Hier schützt nur eine private Unfallversicherung.

Weitere Meldungen

Astrazeneca bei Erstimpfungen jetzt vor Biontech

Berlin - Der Wirkstoff von Astrazeneca hat bei den Erstimpfungen in Deutschland erstmals den Wirkstoff von Biontech/Pfizer überholt. Die dts Nachrichtenagentur sendet in Kürze

Mehr
Chef oder Chefin - das ist hier die Frage


Pünktlich zum Weltfrauentag rücken natürlich alle möglichen Geschlechterfragen in den Fokus. Ganz spannend geht es vor allem beim Thema Job und Karriere zu. Wer macht hier

Mehr
Windkraft auf dem Vormarsch


Im Jahr 2020 wurden in Deutschland 502,6 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt und in das Stromnetz eingespeist. Nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen

Mehr

Top Meldungen

FDP verlangt Öffnung der Gastronomie

Berlin - Die FDP fordert eine rasche Öffnung der Gastronomie. Die anhaltende Schließung der Branche sei eine "Zumutung", sagte FDP-Generalsekretär Volker Wissing der "Frankfurter

Mehr
Wirtschaftsweise für Abschaffung des Ehegattensplittings

Berlin - Die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer hat sich für die ersatzlose Abschaffung des Ehegattensplittings ausgesprochen. "Studien zeigen, dass das Ehegattensplitting Frauen

Mehr
Tui erwartet nur wenige Reiseeinschränkungen im Sommer

Hannover - Tui-Deutschlandchef Marek Andryszak erwartet im Sommer nur noch wenige Einschränkungen für Reisende. "Heute herrscht natürlich noch Unsicherheit über Öffnungen zu

Mehr