Politik

EU-Kommission ruft zu mehr Einsatz gegen Jugendarbeitslosigkeit auf

  • dts - 23. Januar 2021
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Jugendliche auf einer Parkbank mit Bier
dts

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Brüssel - Vor der Hintergrund der anhaltenden Coronakrise hat die EU-Kommission die Mitgliedstaaten zu mehr Entschlossenheit im Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit aufgerufen. "Der Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit ist in der EU dreimal so stark wie der der allgemeinen Arbeitslosigkeit", sagte EU-Sozialkommissar Nicolas Schmit den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagausgaben).

Die Jugend zahle den Preis für diese Krise, was Jobs anbelangt, sagte Schmit. "Wir müssen alles tun, um eine neue verlorene Generation zu vermeiden." Der Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit müsse oberste Priorität in allen Mitgliedstaaten und auf EU-Ebene haben, forderte der Kommissar. Die EU-Länder sollten einen Teil der Milliarden aus dem Corona-Wiederaufbaufonds dafür investieren – "und zwar schnell, gezielt und effizient". Bisher sei eine "Katastrophe" am Arbeitsmarkt verhindert worden. Jedoch: "Ich erwarte einen weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit", so der EU-Kommissar. Denn zur Wahrheit gehöre, dass viele Menschen noch in Kurzarbeit seien. Durch die Förderung von Kurzarbeitsprogrammen sei es gelungen, Druck vom Arbeitsmarkt zu nehmen. Von den 100 Milliarden Euro des EU-Kurzarbeitsprogramm SURE sind seinen Angaben zufolge aber bereits 90 Milliarden Euro verplant, 18 Staaten hätten entsprechende Zusicherungen erhalten. Schmidt mahnte einen Ausstieg aus diesen Programmen an: "Kurzarbeit lässt sich nicht unbegrenzt fortsetzen, wir müssen das jetzt, wo es möglich ist, wieder langsam herunterfahren und am Übergang auch zu neuen Arbeitsplätzen arbeiten." Auch Angebote zur Qualifizierung, Aus- und Weiterbildung würden aber nicht richtig greifen, wenn es gar keine Jobs gebe. Deshalb müssten die EU-Staaten jetzt die Gelder aus dem 750 Milliarden Euro umfassenden Wiederaufbaufonds richtig und gezielt investieren, damit qualifizierte neue Jobs entstehen können. Schmit drängte, die EU-Staaten müssten dafür nun entsprechende nationale Pläne vorlegen: "Das ist vor allem für die Jugend absolut wichtig."

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