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Frankreichs Ex-Premier Balladur wegen dubioser Finanzpraktiken vor Gericht

  • AFP - 19. Januar 2021, 16:56 Uhr
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Balladur beim Eintreffen vor Gericht in Paris
Bild: AFP

Der konservative französische Ex-Premierminister Edouard Balladur steht seit Dienstag wegen dubioser Finanzpraktiken im Zusammenhang mit dem Präsidentschaftswahlkampf 1995 vor Gericht.

Der konservative französische Ex-Premierminister Edouard Balladur steht wegen dubioser Finanzpraktiken im Zusammenhang mit dem Präsidentschaftswahlkampf 1995 vor Gericht. Am Dienstag begann der Prozess gegen den 91-Jährigen vor dem Gerichtshof der Republik. Im Zuge eines Rüstungsgeschäfts mit Pakistan und Saudi-Arabien soll Schwarzgeld nach Frankreich geflossen sein, um Balladurs Präsidentschaftswahlkampf zu finanzieren. 

Balladur erschien am Dienstag gemeinsam mit seinem damaligen Verteidigungsminister, dem inzwischen 78-jährigen François Léotard, vor Gericht. Die Anklage gegen Balladur und Léotard lautet auf Beihilfe zur Veruntreuung und Unterschlagung.

Die Verteidigung argumentiert in dem Prozess, dass die Konten des Präsidentschaftswahlkampfs offiziell geprüft wurden und die Tatvorwürfe bereits verjährt seien. Der Gerichtshof der Republik ist die einzige juristische Instanz in Frankreich, die Ex-Regierungsmitglieder wegen Straftaten verurteilen kann, die sie während ihrer Amtszeit verübten. 

Der bis zum 11. Februar angesetzte Prozess wird sich vor allem um zwei Verträge über die Lieferung von drei U-Booten nach Pakistan und zwei Militärfregatten nach Saudi-Arabien drehen. Im Zuge der Rüstungsgeschäfte sollen hohe Kommissionszahlungen gezahlt worden sein, die damals legal waren. Allerdings soll ein Teil der Zahlungen illegal nach Frankreich zurückgeflossen und in Balladurs letztlich erfolglosen Wahlkampf gesteckt worden sein. 

Die sogenannte "Karachi-Affäre" wurde erst 2002 nach einem in Pakistan verübten Anschlag publik. Damals wurden 15 Menschen bei einem Anschlag getötet. Er galt französischen Ingenieuren, die am Bau der U-Boote für Pakistan beteiligt waren. Seit 2009 gehen die Ermittler dem Verdacht nach, dass der Anschlag eine Art Racheakt für ausbleibende Schmiergeldzahlungen war.

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