Politik

Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in Uganda abgehalten

  • AFP - 14. Januar 2021, 18:18 Uhr
Bild vergrößern: Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in Uganda abgehalten
Präsident Museveni (l.) und sein Herausforderer Winen
Bild: AFP

In Uganda sind am Donnerstag unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen Präsidentschafts- und Parlamentswahlen abgehalten worden. Der seit 1986 an der Spitze des Landes stehende Präsident Yoweri Museveni bewarb sich für eine sechste Amtszeit

Im ostafrikanischen Uganda sind am Donnerstag unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen Präsidentschafts- und Parlamentswahlen abgehalten worden. Der seit 1986 an der Spitze des Landes stehende Präsident Yoweri Museveni bewarb sich für eine sechste Amtszeit. Er wurde unter anderem von dem 38-jährigen ehemaligen Popstar Bobi Wine herausgefordert, der auf eine jugendliche Anhängerschaft setzt. Die Internet-Verbindungen in Uganda waren seit zwei Tagen ausgesetzt.

Bei Protesten gegen eine von zahlreichen Festnahmen Wines im November waren 54 Menschen getötet worden. Während des Wahlkampfes wurden Journalisten angegriffen, die über Veranstaltungen der Opposition berichtet hatten. Regierungskritiker wurden eingesperrt. Zu der Wahl waren 18 Millionen der 44 Millionen Einwohner des Landes aufgerufen.

Das Durchschnittsalter liegt in Uganda bei 16 Jahren, der Anteil der städtischen und gebildeten Einwohner hat zugenommen. Um das Präsidentenamt bewarben sich insgesamt elf Kandidaten. In der Hauptstadt Kampala wurden die Ergebnisse in einigen Wahllokalen sofort ausgezählt, um die Transparenz des Wahlverfahrens zu demonstrieren.

Museveni gab seine Stimme am Nachmittag im Westen des Landes in Kiruhura ab. Dort leben seine Angehörigen, die Viehzüchter sind. In Afrika gibt es derzeit nur zwei Staatschefs, die länger ununterbrochen an der Macht sind als Museveni - Paul Biya in Kamerun und Teodoro Obiang Nguema in Äquatorial-Guinea.

"Wir wissen, dass viele Ugander zur Wahl gegangen sind", sagte Wine, der seine Stimme in einem Außenbezirk von Kampala abgab. Er beklagte, dass mehrere Wahlbeobachter seiner Partei festgenommen worden seien.

Drei Viertel der Bevölkerung Ugandas sind jünger als 30 Jahre. "Ich habe immer denselben Präsidenten gesehen - und ich möchte einen anderen", sagte der 23-jährige Student Saad Mukoone, der in der Trabantenstadt Kamwokya seine Stimme abgab. Seine 34-jährige Schwester Sophie versuchte nach eigenem Bekunden seit Monaten, die Mutter für eine Stimmabgabe zugunsten Wines zu gewinnen. Das erwies sich jedoch als zweckloses Unterfangen. Die Jungen wüssten nicht, "was Museveni für uns geleistet hat", sagte die 58-Jährige. In der Zeit vor Präsident Museveni durchlebte Uganda die Schreckensherrschaften von Idi Amin Dada und Milton Obote.

Unter Berufung auf die Sicherheitsmaßnahmen, die wegen der Corona-Pandemie nötig seien, hatten die Behörden zahlreiche Treffen der Opposition verboten. Museveni konnte hingegen als Präsident auf starke mediale Präsenz setzen. Die Wahlergebnisse sollten innerhalb von 48 Stunden bekanntgegeben werden.

Weitere Meldungen

Biden gedenkt am Abend vor Amtseinführung der rund 400.000 Corona-Toten

Bei seiner Ankunft in Washington hat der künftige US-Präsident Joe Biden der über 400.000 Amerikaner gedacht, die an einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben sind. "Es ist

Mehr
"Vogue" kündigt Sonderausgabe mit zweitem Bild von Kamala Harris an

Nach der Kontroverse um ein Foto der künftigen US-Vizepräsidentin Kamala Harris auf dem Titelblatt der "Vogue" hat die Modezeitschrift angekündigt, eine limitierte Auflage mit

Mehr
Intensivmediziner fordern schnelle Senkung der Infektionszahlen

Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) hat mit Nachdruck eine schnelle Senkung der Infektionszahlen in der Corona-Pandemie gefordert,

Mehr

Top Meldungen

Biontech reduziert Impfstoff-Lieferungen an Hamburg zusätzlich

Hamburg - Der Impfstoff-Hersteller Biontech/Pfizer hat die Lieferungen an die Stadt Hamburg noch einmal reduziert. Grund ist, dass die Ärzte aus einer Ampulle mittlerweile sechs

Mehr
DIW: Januar-Lockdown kostet mehr als 60 Milliarden Euro

Berlin - Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, rechnet mit hohen Kosten durch den Januar-Lockdown und empfindlichen

Mehr
Über ein Drittel der privaten Hochschulen hat Corona-Einbußen

Essen - 40 Prozent der privaten Hochschulen haben in der Pandemie finanzielle Einbußen erlitten, allerdings fast ausschließlich die kleineren mit weniger als 5.000 Studierenden.

Mehr