Politik

Merz und Röttgen gegen Vorfestlegung bei Kanzlerkandidatur der Union

  • AFP - 14. Januar 2021, 12:29 Uhr
Bild vergrößern: Merz und Röttgen gegen Vorfestlegung bei Kanzlerkandidatur der Union
Rättgen, Laschet, Merz (von links)
Bild: AFP

Kurz vor der Wahl des neuen CDU-Vorsitzenden halten sich die Kandidaten in der Frage der Unions-Kanzlerkandidatur bedeckt. Sowohl Norbert Röttgen als auch Friedrich Merz erklärten, diese Angelegenheit solle erst nach dem Parteitag besprochen werden.

Kurz vor der Wahl des neuen CDU-Vorsitzenden halten sich die Kandidaten in der Frage der Unions-Kanzlerkandidatur bedeckt. Sowohl Norbert Röttgen als auch Friedrich Merz erklärten, diese Angelegenheit solle erst nach dem Parteitag besprochen werden. Mitbewerber Armin Laschet äußerte deutliche Kritik an Röttgen - und gab sich zuversichtlich die Abstimmung gewinnen zu können.

Präsidium und Vorstand der CDU beraten am Donnerstagabend, um letzte Vorbereitungen für den Parteitag zu treffen. Dieser beginnt am Freitagabend. Der neue Parteichef wird am Samstag gewählt.

Falls er gewinne, werde er gemeinsam mit dem CSU-Vorsitzenden Markus Söder "zu gegebener Zeit einen Vorschlag machen, welcher Kandidat für die Unionsparteien die besten Chancen bei den Wählerinnen und Wählern hat", sagte Röttgen der "Rheinischen Post" und dem Bonner "General-Anzeiger" vom Donnerstag.

"Markus Söder und ich kennen uns seit Jahrzehnten", betonte Röttgen. Er wolle mit dem CSU-Chef "sehr zügig und vertraulich" über die Kanzlerkandidatur beraten. "Dabei geht es nicht um unsere Egos, sondern um die Verantwortung der beiden Parteivorsitzenden für den Wahlsieg der Union."

Merz sagte im Radiosender NDR Info, "theoretisch" sei ein Kanzler aus den Reihen der CSU möglich. "Das sehen wir nach dem Parteitag der CDU." Einseitige Vorfestlegungen würden sich verbieten, befand Merz. "Es geht um eine übereinstimmende Entscheidung, die die CDU gemeinsam mit der CSU treffen muss."

Laschet hatte sich zuletzt ebenfalls grundsätzlich offen für eine Kanzlerkandidatur Söders gezeigt. Es solle entweder der CDU-Vorsitzende oder der CSU-Chef diese Position übernehmen, sagte er der "Bild am Sonntag".

Einen Tag vor dem Parteitag äußerte Laschet deutliche Kritik an Röttgen. Dieser hatte als CDU-Spitzenkandidat in Nordrhein-Westfalen 2012 die Landtagswahl mit historisch schlechtem Ergebnis verloren. Sicher würden sich einige Parteitagsdelegierte daran erinnern, "wie es uns gelungen ist, nach diesem Desaster im Team die NRW-CDU wieder aufzurichten und zur heutigen Geschlossenheit zu führen", sagte Laschet dem "Kölner Stadt-Anzeiger" vom Donnerstag.

Die CDU müsse von jemandem geführt werden, der gezeigt hat, "dass er Wahlen gewinnen kann, dass er regieren kann, dass er Krise kann", fügte Laschet hinzu. Deswegen sei er mit Blick auf den Samstag zuversichtlich. "Die Zustimmung wächst spürbar."

Auch Röttgen hält seine eine Siegeschancen für gut. "Ich würde eher von einigen Wochen, sogar Monaten sprechen, in denen ich eine Dynamik wahrnehme, die mir Rückenwind gibt", sagte er der "Rheinischen Post" und dem "General-Anzeiger". Das Rennen sei offen. "Ich bin zuversichtlich, eine Nasenspitze vorne würde genügen."

Wie die "Saarbrücker Zeitung" berichtete, sollen die beiden unterlegenen Vorsitzbewerber offenbar nicht für einen der fünf Vizeposten kandidieren. Dazu seien die drei aus CDU-Landesverbänden gedrängt worden. Hintergrund sei  dass sie allesamt aus Nordrhein-Westfalen stammen.

Der baden-württembergische Bundestagsabgeordnete Nikolas Löbel sagte der Zeitung: "Es können nicht alle wichtigen Posten mit Spitzenpolitikern aus NRW besetzt werden." Die CDU müsse das ganze Land im Parteivorstand abbilden.

Um die Vizeposten bewerben sich laut der Zeitung bisher Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier, Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl und die niedersächsische Bundestagsabgeordnete Silvia Breher.

Weitere Meldungen

Biden gedenkt am Abend vor Amtseinführung der rund 400.000 Corona-Toten

Bei seiner Ankunft in Washington hat der künftige US-Präsident Joe Biden der über 400.000 Amerikaner gedacht, die an einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben sind. "Es ist

Mehr
"Vogue" kündigt Sonderausgabe mit zweitem Bild von Kamala Harris an

Nach der Kontroverse um ein Foto der künftigen US-Vizepräsidentin Kamala Harris auf dem Titelblatt der "Vogue" hat die Modezeitschrift angekündigt, eine limitierte Auflage mit

Mehr
Intensivmediziner fordern schnelle Senkung der Infektionszahlen

Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) hat mit Nachdruck eine schnelle Senkung der Infektionszahlen in der Corona-Pandemie gefordert,

Mehr

Top Meldungen

Biontech reduziert Impfstoff-Lieferungen an Hamburg zusätzlich

Hamburg - Der Impfstoff-Hersteller Biontech/Pfizer hat die Lieferungen an die Stadt Hamburg noch einmal reduziert. Grund ist, dass die Ärzte aus einer Ampulle mittlerweile sechs

Mehr
DIW: Januar-Lockdown kostet mehr als 60 Milliarden Euro

Berlin - Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, rechnet mit hohen Kosten durch den Januar-Lockdown und empfindlichen

Mehr
Über ein Drittel der privaten Hochschulen hat Corona-Einbußen

Essen - 40 Prozent der privaten Hochschulen haben in der Pandemie finanzielle Einbußen erlitten, allerdings fast ausschließlich die kleineren mit weniger als 5.000 Studierenden.

Mehr