Wirtschaft

GKV: Ärztehonorar im Corona-Frühling gestiegen

  • dts - 13. Januar 2021, 18:21 Uhr
Bild vergrößern: GKV: Ärztehonorar im Corona-Frühling gestiegen
Blick vom Zahnarzt-Patientenstuhl
dts

.

Berlin - Trotz leerer Wartezimmer im vergangenen Frühling sind die Honorare der niedergelassenen Ärzte deutlich gestiegen. Obgleich viele Patienten aus Furcht vor einer Corona-Ansteckung den Praxen ferngeblieben seien, hätten die Krankenkassen den Kassenärztlichen Vereinigungen im zweiten Quartal 2020 10,6 Milliarden Euro überwiesen, 427 Millionen Euro mehr als zur gleichen Zeit des Vorjahrs, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Donnerstagausgabe) unter Berufung auf den Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV).

Der Zeitraum von April bis Juni gilt in der GKV als "Haupt-Corona-Quartal" des Jahres 2020. "Die Mischung aus gesetzlich schon länger vorgegebenen Honorarerhöhungen, etwa aus dem Terminservice-Verbesserungsgesetz, und dem Corona-Schutzschirm für niedergelassene Ärzte hat zu der Honorarentwicklung von plus 4,2 Prozent geführt", sagte Spitzenverbands-Vorstand Stefanie Stoff-Ahnis der FAZ. Für den gleichen Zeitraum hat das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung starke Rückgänge in den ambulanten Fallzahlen festgestellt. Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, sagte der FAZ, in der Pandemie verzeichneten die niedergelassenen Ärzte bei fallenden Umsätzen höhere Kosten: "Es bleibt in den Praxen also weniger Geld hängen als sonst." Gassen forderte, dass der staatliche Schutzschirm verlängert werden müsse. "Das sollte die Politik mindestens für das erste Halbjahr 2021 festschreiben", sagte er.

"Sonst kommen wir an einen Punkt, wo Praxen zumachen müssen." Der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, kritisierte, dass die Hausärzte derzeit viele Patientenfragen nach der Corona-Impfung beantworteten, diese Beratung aber nur vergütet bekämen, wenn die Immunisierung anschließend auch erfolge. Die Medizinischen Fachangestellten in den Praxen seien durch das Coronavirus stark gefährdet und steckten sich überdurchschnittlich oft an. Sie zeigten aber dennoch viel Einsatz, auch in den Impfzentren.

"Angesichts dieser Erfahrung ist es mehr als unverständlich, warum sie noch immer keinen staatlichen Corona-Bonus erhalten", sagte Weigeldt der FAZ.

Weitere Meldungen

SPERRFRIST 05:00 Uhr: Verkehrsminister entschuldigt sich für Fiasko um gescheiterte Pkw-Maut

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hat sich für das Fiasko in Zusammenhang mit der gescheiterten Pkw-Maut entschuldigt. "Natürlich tut es mir sehr, sehr Leid, wenn ich

Mehr
Umweltministerin für doppeltes Ausbautempo bei Wind- und Solarstrom

Berlin - Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) will den Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland deutlich beschleunigen und erhöht den Druck auf die Union als

Mehr
Biontech reduziert Impfstoff-Lieferungen an Hamburg zusätzlich

Hamburg - Der Impfstoff-Hersteller Biontech/Pfizer hat die Lieferungen an die Stadt Hamburg noch einmal reduziert. Grund ist, dass die Ärzte aus einer Ampulle mittlerweile sechs

Mehr

Top Meldungen

DIW: Januar-Lockdown kostet mehr als 60 Milliarden Euro

Berlin - Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, rechnet mit hohen Kosten durch den Januar-Lockdown und empfindlichen

Mehr
Über ein Drittel der privaten Hochschulen hat Corona-Einbußen

Essen - 40 Prozent der privaten Hochschulen haben in der Pandemie finanzielle Einbußen erlitten, allerdings fast ausschließlich die kleineren mit weniger als 5.000 Studierenden.

Mehr
IfW befürchtet Insolvenzwelle und Arbeitslosigkeit

Kiel - Der Präsident des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel, Gabriel Felbermayr, warnt angesichts der weiteren Verlängerung des Lockdowns vor einer Insolvenzwelle bei

Mehr